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So will Airport-Chef Ahmelmann jetzt Dresden und Leipzig retten

Streit über die Finanzierung, geringes Passagieraufkommen und eine laufende Restrukturierung: Finden die Flughäfen Dresden und Leipzig aus ihrer Dauerkrise? Die Story im Podcast „Thema in Sachsen“.

Lesedauer: 2 Minuten


Fabian Deicke

Dresden/Leipzig. Die Mitteldeutsche Flughafen AG betreibt die Airports in Dresden und Leipzig/Halle. Es ist kein Geheimnis: Die Lage ist alles andere als rosig. Noch nie hat das Unternehmen seit seinem Bestehen eine „schwarze Null“ geschrieben. Für die Eigentümer – das sind die Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie die Städte Dresden, Leipzig und Halle – sind die beiden Standorte rein wirtschaftlich betrachtet ein Zuschussgeschäft.

Im nächsten Jahr soll sich die Lage ändern. Die Flughäfen sollen erstmals profitabel sein. Mit Blick auf die Passagierzahlen seit der Corona-Pandemie, einer angespannten Haushaltslage und eher ungünstigen Rahmenbedingungen für die Luftverkehrsbranche stellen sich zwei Fragen. Erstens: Kann das gelingen? Und zweitens: Braucht Sachsen überhaupt zwei große Flughäfen? Antworten darauf gibt die neue Folge des Podcasts „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung.

Hier die Folge über den GetPodcast-Player anhören

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Den Podcast gibt es auch auf Spotify und ApplePodcast.

Im Podcast beantwortet der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Flughafen AG, Götz Ahmelmann, in einem exklusiven Interview unter anderem diese beiden großen Fragen. Im Gespräch macht er deutlich, wie sehr insbesondere der Dresdner Flughafen unter Druck stehe.

Steigende Kosten und veränderte Reisegewohnheiten – in erster Linie im Segment der Geschäftsreisen – setzten dem Flughafen in Sachsens Landeshauptstadt zu.

„Wir haben in Deutschland im Augenblick eine Situation, dass die Standortkosten – vor allem getrieben durch die staatlichen Gebühren und Abgaben – in den letzten Jahren stark angestiegen sind. Die Kosten haben sich fast verdreifacht“, erklärt Ahmelmann.

Im internationalen Vergleich bleiben die Rahmenbedingungen der deutschen Luftfahrt schwierig. – Götz Ahmelmann, CEO Mitteldeutsche Flughafen AG

Dass die Bundesregierung im Sommer 2026 die Luftverkehrssteuer senken, die Branche um rund 350 Millionen Euro entlasten will, sei „ein erster wichtiger Schritt“. Allerdings, so Ahmelmann weiter: „Im internationalen Vergleich bleiben die Rahmenbedingungen der deutschen Luftfahrt schwierig.“ Trotzdem gebe es am Flughafen in Dresden Grund zur Hoffnung. Die Halbleiterbranche wachse rasant – und damit auch der Bedarf an internationaler Anbindung.

Mitten im Abflugbereich des Airports Dresden trifft sich Flughafenchef Götz Ahmelmann (links) mit den SZ- und LVZ-Reportern Florian Reinke (Mitte hinten) und Fabian Deicke.
Mitten im Abflugbereich des Airports Dresden trifft sich Flughafenchef Götz Ahmelmann (links) mit den SZ- und LVZ-Reportern Florian Reinke (Mitte hinten) und Fabian Deicke.
Quelle: Maret Montavon

Diese Einschätzung teilt auch Frank Bösenberg. Er ist Managing Director des Netzwerks Silicon Saxony. Für ihn ist der Flughafen ein Schlüssel zur Wettbewerbsfähigkeit des boomenden Hightech-Standorts, für den sinnbildlich die Großbaustelle des taiwanesischen Chip-Giganten TSMC im Dresdner Norden steht.

„Dresden (…) ist und bleibt wichtig“, sagt Bösenberg. „Insbesondere die Halbleiterindustrie ist international vernetzt. Das heißt, auch internationale Geschäftsreisen stehen regelmäßig auf der Tagesordnung“, so der Chef von Silicon Saxony.

Zukunft der Flughäfen ist eine Frage des politischen Willens

Nun ist es allerdings nicht so, dass der Flughafenchef oder Wirtschaftsvertreter über die Zukunft der sächsischen Airports entscheiden. Das tut die Politik. Und die streitet hinter den Kulissen vor allem über die Zukunft des Flughafens in Dresden.

Warum soll Sachsen-Anhalt, das ja selbst schon seinen Landeshauptstadt-Flughafen aufgegeben hat, den in Sachsen weiter bezahlen? Diese Frage stellt SZ- und LVZ-Politikreporterin Franziska Höhnl – und erzählt im Podcast von den Ergebnissen einer investigativen Recherche.

Ohne zu viel vorwegzunehmen: Welche Zukunft die Flughäfen und die Mitteldeutsche Flughafen AG als Betreiber haben werden, ist neben einer finanziellen Frage auch eine des politischen Willens.

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