Dresden. Sachsens Bauern wollen am Donnerstag, 8. Januar, in Dresden gegen das sogenannte Mercosur-Abkommen protestieren. Wie der Sprecher des Vereins „Land schafft Verbindung“ (LSV), Robert Erdmann, mitteilte, sollen bei der Kundgebung ab 14 Uhr rund 300 Spielzeug-Traktoren vor der Frauenkirche auf dem Neumarkt aufgestellt werden. Zudem soll ein Positionspapier an Sachsens Landwirtschaftsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch und Ministerpräsident Michael Kretschmer (beide CDU) übergeben werden.
„Wir wollen mitbestimmen“, sagt Erdmann. „Die Landwirte fallen sonst hintenrunter.“ Das Mercosur-Abkommen soll den Handel zwischen der EU sowie Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay fördern. Die größte Freihandelszone der Welt würde dadurch entstehen. Mit mehr als 750 Millionen Menschen.
Landwirte fühlen sich nicht ausreichend geschützt
Die Landwirte fühlen sich nicht ausreichend vor der billigen Konkurrenz aus Südamerika geschützt. Die deutsche Bundesregierung hat einer Unterzeichnung des Abkommens bereits zugestimmt. Damit die EU es abschließen kann, braucht es aber eine qualifizierte Mehrheit aller Mitgliedsstaaten.
Der Protest in Dresden ist Teil eines bundesweiten Aktionstags der Bauern. Ziel ist es, Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zum Umdenken zu bewegen. Wie Erdmann betont, verzichte man diesmal bewusst auf Blockaden an Autobahnen und anderen Straßen. Deswegen setze man auf die 300 Spielzeugtraktoren. „Wir wollen die Leute nicht gegen uns aufbringen“, so Erdmann. In Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern seien hingegen für Donnerstag Blockaden angemeldet worden.
Landesbauernverband distanziert sich von Protest
Unter anderem deswegen distanziert sich auch der sächsische Landesbauernverband von dem Protest am Donnerstag. „Das ist nicht unsere Vorgehensweise“, sagt Geschäftsführerin Diana Henke. Man setze auf den politischen Dialog. Dazu seien unter anderem bei der Grünen Woche Ende Januar in Berlin Gespräche auf Bundesebene geplant. „Wir finden, dass die Debatte zum jetzigen Zeitpunkt nicht auf der Straße stattfinden sollte“, so Henke.


