Leipzig/Dresden. Der Bund will im neuen Jahr mit einer dreistelligen Millionensumme das sächsische Autobahnnetz stärken. Das ergab eine Anfrage von Leipziger Volkszeitung und Sächsischer Zeitung bei der zuständigen Autobahn GmbH Ost. „Alles in allem werden wir 2026 rund 160 Millionen Euro im Bereich der Außenstelle Dresden in die Autobahnen investieren“, erklärte Sprecher Tino Möhring.
Die Außenstelle Dresden betreut den Großteil der mehr als 1000 Streckenkilometer im Freistaat. Die Ausnahmen: Die A9 liegt vollständig in der Verantwortung der Außenstelle Magdeburg, und der A72-Abschnitt von Zwickau-Ost bis zur Landesgrenze wird von der Niederlassung Nordbayern betreut. Für den Neubau der Muldebrücke auf der A14 ist zudem die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (Deges) des Bundes zuständig.

Schwerpunkt liegt auf Erhaltungsprojekten
Das Bauprogramm für 2026 werde zwar erst in den kommenden Monaten endgültig festgezurrt, zentrale Leitlinien stünden jedoch bereits fest, so Möhring. „Der Schwerpunkt liegt auch im Jahr 2026 auf Erhaltungsprojekten, um die Verfügbarkeit des Autobahnnetzes sicherzustellen.“ Witterungsbedingt könne es allerdings noch zu Verschiebungen einzelner Projekte kommen.
Während sich die Leipziger Agra-Brücke auf der Bundestraße 2 als Zufahrt zu A72 und A38 in einem kritischen Zustand befindet und ein Ersatzneubau dringend notwendig ist, läuft wenige Kilometer südlicher ein anderes Großprojekt auf Hochtouren. Der Neubau der A72 geht – 20 Jahre später als ursprünglich geplant – in seine finale Phase. Die durchgehende Verbindung von Leipzig über Chemnitz bis ins Vogtland dürfte jedoch erst im Jahre 2027 komplett sein.
Bestandsstrecken in der Region stark belastet
2026 erfordern erneut die stark belasteten Bestandsstrecken in Sachsen die ganze Aufmerksamkeit der Autobahnbauer. Besonders die A4 bleibt ein Sorgenkind. „Als eine der wichtigsten Ost-West-Routen steht sie auch in unserem Niederlassungsgebiet und ganz speziell in Sachsen im Fokus“, unterstreicht Möhring. Allein im Raum Dresden passieren täglich mehr als 100.000 Fahrzeuge diesen Autobahnabschnitt. Eine hohe Belastung, die zusammen mit dem Alter der Fahrbahnen umfangreiche Sanierungen erforderlich macht.
Aber auch abseits der Fahrbahnen tut sich im neuen Jahr einiges. So geht in Sachsen der erste Parkplatz mit Toilette (PWC), besserer Ausleuchtung und Schnellladeinfrastruktur für E-Autos ans Netz – auf der Rastanlage Wiesenholz an der A13. Weitere Standorte sind an der A4 (Am Eichelberg und am Löbauer Wasser) sowie an der A17 (Am Heidenholz) geplant. Rund um Sachsen entstehen solche unbewirtschafteten Rastplätze mit Schnellladesäulen an der A9 in Sachsen-Anhalt (Bachfurth und Mosigkauer Heide), in Thüringen (Himmelsteiche) und an der A93 in Bayern (Bärenholz). Bundesweit sollen insgesamt 1000 derartige Standorte durch die Autobahn GmbH realisiert werden.
Das ist 2026 auf den sächsischen Autobahnen geplant
A4: Nach dem Abschluss der Sanierung des Tunnels Königshainer Berge wird Mitte Januar die Verkehrssicherung an der Nordröhre zurückgebaut. Die Strecke ist dann wieder vierspurig befahrbar. Zudem beginnen bei Chemnitz und Glauchau größere Erhaltungsmaßnahmen. Dafür wurden bereits Rampen an den Anschlussstellen verbreitert, Nothaltebuchten angelegt und Mittelstreifenüberfahrten geschaffen.
A9: Auf der stark frequentierten Autobahn bei Leipzig sind im kommenden Jahr nach derzeitigem Stand keine größeren Baumaßnahmen in Sicht.
A13: Zwischen Radeburg und Thiendorf werden die Sicherheitsausstattungen weiter erneuert.
A14: Die Deges treibt den Neubau der Muldebrücke bei Grimma weiter voran. Voraussichtlich ab August soll der Verkehr in Richtung Dresden über eine derzeit entstehende Behelfsbrücke geführt werden. Später folgt auch die Gegenrichtung, bevor die alte Brücke teilweise gesprengt und anschließend ganz abgerissen wird. Ein Abschluss der Arbeiten ist frühestens 2029 zu erwarten. Bei längeren Frost- oder Regenperioden müssten witterungsabhängige Arbeitsschritte wie Fahrbahnabdichtung oder Asphaltierung allerdings verschoben werden, so ein Sprecher. Auch die Brücke über die Autobahn 14 zwischen den Grimmaer Ortsteilen Grottewitz und Würschwitz, die seit Herbst gesperrt ist, soll komplett abgerissen werden. Die Planungen für einen Neubau laufen bereits.
A17: Auf der Autobahn nach Prag sind nach aktuellem Stand keine Dauerbaustellen vorgesehen.
A38: Hier ist die Planung noch nicht abgeschlossen. Deshalb hält sich die Autobahn GmbH zu konkreten Maßnahmen derzeit noch bedeckt.
A72: Der letzte Bauabschnitt zwischen Rötha und der A38 erhält 2026 die zweite Richtungsfahrbahn. Gleichzeitig wird auf vorhandenen Fahrbahnen offenporiger Asphalt als Lärmschutzmaßnahme aufgetragen – inklusive Streckensperrungen und Umleitungen. Zwischen Zwickau-Ost und Zwickau-West werden Fahrbahn und Brücken weiter saniert. Dieses Großprojekt soll noch 2026 abgeschlossen werden.


