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Autohaus Hohlfeld schließt in Bautzen – andere Standorte bleiben offen

Mit dem Aus für Bautzen verlagert das Autohaus Hohlfeld Beschäftigte und einen Teil des Kundenservices nach Sohland/Spree. Die Standorte Löbau, Niesky und Weißwasser sollen nach Angaben der Geschäftsführung fast uneingeschränkt weitergeführt werden.

Lesedauer: 3 Minuten

Die Tage sind gezählt: Das Autohaus Hohlfeld wird seinen Standort in Bautzen im September 2026 schließen. Quelle: Matthias Schumann

Von Miriam Schönbach

Bautzen/Sohland. Die Tage sind gezählt: Das Autohaus Hohlfeld wird seinen Standort in Bautzen nach derzeitigem Planungsstand im September 2026 schließen. Der Verkauf läuft bis dahin weiter, Serviceleistungen werden bereits zuvor nur noch nach Terminvereinbarung angeboten. „Die Gründe sind vielfältig und lassen sich nicht auf einzelne Faktoren reduzieren“, sagt Holger Teichmann, Vorstand der AutoCenter Oberlausitz AG. Die ACO AG ist ein Zusammenschluss mehrerer regionaler Autohäuser und betreibt verschiedene Standorte in der Oberlausitz.

Während sich der Betrieb aus Bautzen zurückzieht, bleibt der Standort Löbau erhalten – allerdings ohne Herstellervertrag. „Die Kunden können die Leistungen des Standortes weiterhin nutzen“, sagt Teichmann. Die Filialen der Unternehmensgruppe in Löbau, Weißwasser und Niesky gelten derzeit als nicht betroffen. Das Ende des Betriebs in der Neusalzaer Straße in Bautzen indes sei das Ergebnis eines langfristigen Anpassungsprozesses an einen sich stark verändernden Automobilmarkt.

Die Gründe sind vielfältig und lassen sich nicht auf einzelne Faktoren reduzieren. – Holger Teichmann, Vorstand AutoCenter Oberlausitz AG/Geschäftsführer Autohaus Hohlfeld NL der ACO AG

Dazu zählen veränderte Herstellerstrategien, regulatorische Anforderungen, wirtschaftlicher Druck sowie ein Wandel im Kaufverhalten der Kunden. „Als Unternehmer tragen wir Verantwortung – nicht nur für einzelne Standorte, sondern für das Unternehmen als Ganzes, unsere Mitarbeiter und unsere Kunden“, sagt Holger Teichmann, der auch Geschäftsführer des Autohauses Hohlfeld innerhalb der ACO AG ist.Die Entscheidungen würden daher mit Blick auf Stabilität, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit getroffen.

Der Wandel trifft die gesamte Branche

Die Entwicklung in Bautzen steht exemplarisch für einen bundesweiten Trend: Laut dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) nimmt die Zahl der Betriebe seit Jahren kontinuierlich ab. Laut der 2025 veröffentlichten Netzstudie des Branchenmagazins „Autohaus“ gingen im Jahr 2024 bundesweit 195 fabrikatsgebundene Handelsbetriebe vom Netz. Parallel dazu zeigen Auswertungen des Instituts der deutschen Automobilwirtschaft, dass sich die Anzahl der Autohäuser bis 2030 deutlich reduzieren könnte – teilweise auf unter 4000 Betriebe.

Die Gründe für diese Entwicklung sind vielfältig. Elektroautos bringen den Werkstätten einen geringeren Wartungsaufwand, viele Hersteller bauen ihre Vertriebsstrukturen um und setzen verstärkt auf Direktvertrieb oder Agenturmodelle. Gleichzeitig belasten steigende Kosten und hohe Investitionen viele Autohäuser – insbesondere kleinere und mittelständische Betriebe.

Mitarbeiter wechseln nach Sohland/Spree

Für die Beschäftigten in Bautzen kündigt das Unternehmen eine Übernahme an. „Die Mitarbeiter werden in Sohland/Spree weiterbeschäftigt und in bestehende sowie zukünftige Strukturen integriert“, heißt es. Ziel sei es, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig die Unternehmensstruktur an neue Rahmenbedingungen anzupassen. Auch für die Kundschaft soll der Übergang möglichst reibungslos erfolgen. Ein Großteil von ihnen habe bereits bestätigt, den Service künftig in Sohland mit den aus Bautzen bekannten Ansprechpartnern weiter nutzen zu wollen.

Laufende Service-, Leasing- und Garantieverträge werden weiterhin erfüllt – entweder über die bekannten Ansprechpartner oder innerhalb der Unternehmensgruppe. Parallel dazu laufen Gespräche über die künftige Nutzung der Immobilie in Bautzen. Zu möglichen Interessenten äußert sich das Unternehmen derzeit nicht.

Vom Familienbetrieb zur Unternehmensgruppe

Die Entscheidung markiert einen bedeutenden Einschnitt in der Unternehmensgeschichte. Die Wurzeln des Autohauses Hohlfeld reichen bis in die 1930er-Jahre zurück. 1933 gründete Walter Hohlfeld seinen Betrieb in Sohland. Damals umfasste das Geschäft Fahrräder, Nähmaschinen sowie den Verkauf von Benzin aus Fässern. Die gute Auftragslage führte schon bald zum Bau einer größeren Werkstatt mit eigener Tankstelle.

1939 unterzeichnete Walter Hohlfeld einen Vertrag mit Opel und eröffnete damit das erste Autohaus der Region. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der Betrieb weiter: Neben tschechischen Jawa-Motorrädern (Vertrag von 1954 bis 1962) wurden zunächst Fahrzeuge wie der F8 und später der F9 vertrieben, bevor Ende der 1950er-Jahre auch Trabant-Modelle inklusive Sachsenring-Vertrag ins Sortiment kamen.

Im März 1990 wurde erneut ein Opel-Händlervertrag abgeschlossen. 1997 kam der Standort Bautzen hinzu. Seit 2005 firmieren die Betriebe in Sohland und Bautzen als Mehrmarkenwerkstätten. Ein Jahr später übernahm Holger Teichmann die Leitung beider Autohäuser. 2023 feierte das Autohaus Hohlfeld sein 90-jähriges Bestehen. Aus dem ursprünglichen Familienbetrieb hat sich über die Jahrzehnte ein Mehrmarkenanbieter und Spezialfahrzeugpartner entwickelt.

Auch künftig möchte die Unternehmensgruppe an dieser Linie festhalten. „Mit den eingeleiteten Maßnahmen stellen wir die langfristige Zukunftsfähigkeit der Betriebe in den Mittelpunkt“, so die Geschäftsführung. Ziel bleibe es, Mobilität, Servicequalität und Ausbildung in der Region zu sichern und zugleich neue Geschäftsfelder zu erschließen.

SZ

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