Weißwasser. Mit 240 Beschäftigten ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) einer der größten Arbeitgeber im nördlichen Landkreis Görlitz. Dass der Bund am Standort Weißwasser festhält, hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie erst kürzlich der Oberbürgermeisterin Katja Dietrich (parteiunabhängig) bestätigt. Jetzt traf sie sich in Weißwasser mit Bafa-Präsidentin Dr. Mandy Pastohr zu einem Austausch über die weitere Entwicklung der Außenstelle. Allerdings unabhängig von der Frage, wo und wie diese künftig untergebracht sein wird.
Bei allem Bekenntnis zu dem Standort ist aber genau das für Weißwasser die entscheidende Frage. Die Außenstelle der Bundesbehörde war 2020 mit 30 Leuten eröffnet worden. Seither deutlich gewachsen, ist sie auf vier Objekte in der Stadt verteilt. Deshalb sollte auf dem Gelände an der Gelsdorfhütte ein Neubau errichtet werden. Entwürfe dafür waren 2021 vorgestellt worden.

Quelle: Joachim Rehle
Die Mietverträge der einzelnen Objekte laufen teilweise noch bis 2030. Nach Aussage von Mandy Pastohr sollen die Organisation am Standort verbessert werden und die Beschäftigten künftig weniger verteilt sein. Dafür sucht die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben nach einer langfristigen Unterbringungsperspektive. Ob damit noch der Neubau gemeint ist, blieb offen.
Oberbürgermeisterin Katja Dietrich sieht das Bafa als „bedeutenden Baustein für einen erfolgreichen Strukturwandel“. Sie und viele Bürger der Stadt würden damit große Erwartungen verbinden.
Die Außenstelle in Weißwasser ist hinter der Zentrale in Eschborn/Frankfurt der zweitgrößte Standort der Bundesbehörde. Große Bedeutung habe dabei das Energie-Info-Center. Als zentrale Anlaufstelle für Bürger und Unternehmen berät es zu Fördermöglichkeiten sowie in technischen Fragen und hilft bei der Antragstellung. Pro Jahr würden mehrere hunderttausend Anrufe und E-Mails beantwortet, was entscheidend zur Qualität und Effizienz der Förderprogramme beitrage, so die Behörde.
Um für bisherige wie neue Aufgaben gut aufgestellt zu sein, wird die Belegschaft in Weißwasser kontinuierlich qualifiziert. Mit 640 Teilnahmen an Fortbildungen 2025 steche die Abteilung gegenüber anderen deutlich heraus. Derzeit werde verstärkt nach Führungskräften gesucht. Die Bafa-Präsidentin ist „zuversichtlich, dass neue Aufgaben am Standort angesiedelt werden können“.
Der überwiegende Teil der Beschäftigten kommt aus dem Bereich von Bautzen und Görlitz bis Cottbus. Auch hätten Rückkehrer die Chance genutzt, wieder in ihrer Heimat arbeiten zu können. Sie seien von Eschborn nach Weißwasser gewechselt.
SZ


