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Bekannte sächsische Spedition ist zahlungsunfähig

Geschäftsführer und Insolvenzverwalter der Leipziger Logistik & Warenhaus GmbH in Zwenkau suchen Investoren. Der Geschäftsbetrieb läuft vorerst weiter.

Lesedauer: 2 Minuten


Ulrich Wolf

Leipzig. Nach der Wende gestartet, jetzt in finanziellen Schwierigkeiten: Das 1990 gegründete Familienunternehmen Leipziger Logistik & Warenhaus GmbH in Knautnaundorf im Leipziger Süden ist zahlungsunfähig.

Die Spedition, die nach eigenen Angaben 90 Beschäftigte hat und mit 50 Lastwagen in Europa unterwegs ist, hat in der vorigen Woche beim Amtsgericht Leipzig Insolvenz beantragt.

Löhne bis Ende Oktober gesichert

Der vom Gericht bestellte vorläufige Verwalter Christian Krönert von der Wirtschaftskanzlei Schultze & Braun teilte am Dienstag mit, er wolle gemeinsam mit der Geschäftsführung das Unternehmen neu aufstellen und sanieren. Man arbeite an einer „Fortführungs-Perspektive“. Die Gehälter der Beschäftigten seien bis mindestens Ende Oktober über das Insolvenzgeld der Agentur für Arbeit gesichert. Danach sollen die Löhne wieder aus dem Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden können.

Krönert betonte, das Unternehmen verfüge „über ein grundsätzlich intaktes Geschäftsmodell, sei aber durch äußere Faktoren in eine wirtschaftliche Schieflage geraten“.

Mittlerweile haben sich bereits erste Interessenten für einen Einstieg in das Unternehmen von sich aus gemeldet. – Christian Krönert, vorläufiger Insolvenzverwalter

Konkret seien das die „Folgewirkungen der Finanzierungskosten für die Fahrzeuge sowie die großen Preissteigerungen bei Material und Betriebsmitteln“ gewesen. Bereits vor dem Antrag sei an der Neu-Organisation gearbeitet worden, und es habe Gespräche mit potenziellen Investoren gegeben. Mittlerweile hätten „sich bereits erste Interessenten (…) von sich aus gemeldet“. Er, Krönert, sei zuversichtlich, die Unternehmensgeschichte fortschreiben zu können.

Der geschäftsführende Gesellschafter Günter Bauer sagte, Mitarbeiter, Lieferanten und Kunden seien über die aktuelle Entwicklung informiert und hätten signalisiert, die angestrebte Sanierung zu unterstützen. Man müsse die Finanzierungsstruktur dem Wachstum der Flotte anpassen – etwa bei Fahrzeug-Leasing-Verträgen sowie den Kosten für Ersatzteile und Diesel.

Firma arbeitete schon 2023 defizitär

Die Leipziger Logistik & Lagerhaus GmbH ist spezialisiert auf den Transport von Getränken, Lebensmitteln, Papier und Baustoffe. Zudem verfügt die Gesellschaft über große Lagerkapazitäten. Der Jahresumsatz lag 2023 bei rund 42 Millionen Euro, die entsprechende Bilanz wies aber schon damals einen Verlust von gut 140.000 Euro aus – bei allerdings 122 Beschäftigten.

Die Schwestergesellschaft Leipziger Logistik & Lagerhaus Südwest GmbH in Ettlingen bei Karlsruhe ist nicht in das Insolvenzverfahren verwickelt.

SZ

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