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Bis zu acht Milliarden Euro: Kosten für neue Bahnstrecke Dresden–Prag deutlich gestiegen

Die geschätzten Kosten für die Bahnstrecke Dresden–Prag steigen deutlich auf bis zu acht Milliarden Euro. Ein neuer Bericht der Bundesregierung zeigt die finanziellen Herausforderungen des Projekts. Wie geht es weiter bei dem wichtigen Vorhaben?

Lesedauer: 2 Minuten

Die geschätzten Kosten für den Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag sind deutlich gestiegen. Quelle: DB InfraGo AG

Tobias Winzer

Dresden/Prag. Die geschätzten Kosten für den Neubau der Bahnstrecke Dresden-Prag sind deutlich gestiegen. Das geht aus dem Bericht der Bundesregierung zur Vorplanung hervor, der jetzt den Verkehrsausschuss des Bundestags passiert hat. Demnach wird mit Gesamtkosten von 5,6 Milliarden Euro gerechnet. Außerdem hat die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn eine Maximalprognose berechnet, die alle Risiken und möglichen Kostensteigerungen enthält. Demnach würde das Projekt rund acht Milliarden Euro kosten. Zuletzt waren rund zwei Milliarden Euro genannt worden. Zunächst hatte der MDR berichtet.

Trotz der erhöhten Kosten schätzt das Bundesverkehrsministerium das Projekt als wirtschaftlich ein. Nicht enthalten in dieser Betrachtung seien jedoch zusätzliche Forderungen aus der Region, die das Nutzen-Kosten-Verhältnis im Falle einer Umsetzung negativ beeinflussen würden, heißt es in dem Bericht. Dabei geht es unter anderem um eine bessere technische Ausstattung der Feuerwehr vor Ort, Lärmschutz über das gesetzliche Maß hinaus und die Aufrechterhaltung von Gleisquerungsmöglichkeiten.

Neubaustrecke Dresden-Prag: Streckenverlauf des Erzgebirgstunnels von Heidenau bis Chabařovice.
Quelle: Deutsche Bahn

Das Projekt beinhaltet einen 30 Kilometer langen Tunnel durch das Osterzgebirge und soll die Reisezeit zwischen beiden Städten von derzeit 2,5 Stunden auf eine Stunde verkürzen. Wird der Tunnel gebaut, wäre er dann der längste sowie der erste grenzüberschreitende Eisenbahntunnel Deutschlands. Mit dem neuen Tunnel sollen Züge künftig mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde zwischen beiden Städten verkehren. Für den Güterverkehr ist eine Geschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde vorgesehen. Auf tschechischer Seite sollen sogar Geschwindigkeiten von bis zu 320 km/h möglich sein.

Erste Züge könnten Mitte der 2040er-Jahre rollen

Die Übergabe der Planungsunterlagen an den Bundestag ist ein wichtiger Schritt bei dem Vorhaben. Um es weiter voranzutreiben, muss das Parlament Haushaltsmittel für die nächsten Planungsschritte bereitstellen. Auf dieser Grundlage kann auch die EU über eine Förderung entscheiden.

Bevor gebaut werden kann, muss das Abkommen noch von den Parlamenten beider Länder ratifiziert werden. Vorgesehen ist ein Staatsvertrag zwischen Deutschland und Tschechien. Erst danach beginnt die konkrete Projektplanung. Zuletzt hatte die Deutsche Bahn als Baustart das Jahr 2032 angepeilt. Die Bauzeit ist mit etwa zwölf Jahren veranschlagt.

SZ

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