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Deutlich mehr neue Lehrlinge in Sachsens Wirtschaft

Sowohl in der Industrie als auch im Handwerk steigt die Zahl der Neuverträge. Ein Hoffnungssignal in Zeiten akuter Personalnot.
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Man sieht einen Lehrling beim Schippen.
Max Richter hat bei der Stadt- und Landbau Bautzen GmbH als Lehrling angefangen. © Steffen Unger

Von Ulrich Wolf & Michael Rothe

Dresden. Die Zahl neuer Azubis in Sachsen ist gegenüber 2022 deutlich gestiegen. Die drei Industrie- und Handelskammern (IHK) im Freistaat haben zu Beginn des Ausbildungsjahres insgesamt 10.704 neue Lehrverträge gezählt, ein Plus von 717 gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere bei gewerblich-technischen und kaufmännischen Berufen gebe es mehr Einträge, hieß es am Donnerstag in einer Mitteilung.

Im IHK-Beritt gebe es aber auch noch rund 1.000 unbesetzte Stellen. Laut jüngster Umfrage gingen 2023 bei fast der Hälfte der Unternehmen gar keine Bewerbungen auf angebotene Plätze ein. Und 59 Prozent konnten Stellen wegen mangelnder Eignung der Bewerber/-innen nicht besetzen.

Die größten Zuwächse von über 13 Prozent gab es im Kammerbezirk Chemnitz. In Dresden und Leipzig betrug das Plus gut vier Prozent. „Eine Berufsausbildung zum Facharbeiter ist ein probates Mittel zur Behebung des Fachkräftemangels“, hieß es. Das hätten viele Firmen erkannt und mehr Plätze bereitgestellt. Die Chance auf Übernahme und berufliche Weiterentwicklung im Ausbildungsbetrieb seien besser denn je. Die gefragtesten Berufe sind Kauffrau/mann im Einzelhandel, Mechatroniker/in, Verkäufer/in, Koch/Köchin sowie Kauffrau/-mann für Büromanagement.

Kfz-Mechatroniker in der Gunst ganz vorn

Hoffnungsvolle Nachrichten gibt es auch vom Sächsischen Handwerkstag. Die Dachorganisation der Kammern und Verbände meldet zum Start des Lehrjahres 4.923 Verträge. Das sind 135 oder 2,8 Prozent mehr als Ende August 2022, wie saechsische.de auf Anfrage erfuhr. Vor der Corona-Krise 2019 waren es 4.830 Lehrverträge.

Ganz vorn in der Gunst liegen Kfz-Mechatroniker, Elektroniker, Sanitär-Heizung-Klima-Techniker. Laut Handwerkstag wurden auch Gebäudereiniger, Maurer und Bäcker wieder stärker nachgefragt. Die Handwerk-Lehrstellenbörse www.ich-kann-etwas.de weist aber ebenso noch Hunderte Offerten aus. Angesprochen seien ausdrücklich auch Abiturienten und Studienabbrecher, heißt es von der Handwerkerorganisation. Ein Einstieg in die laufende duale Berufsbildung sei noch bis Ende Oktober möglich.

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