Dresden. Luftzerlegungsanlagen und Pipelines zur Fabrik: Der Neubau des Mikrochipwerks ESMC in Dresden bringt seinen Lieferanten Air Liquide dazu, ebenfalls groß zu investieren. Der französische Konzern für Industriegase kündigte am Donnerstag an, 250 Millionen Euro für einen Bau und technische Anlagen in Dresden auszugeben.
Die Viertelmilliarde fließt zusätzlich zu den rund zehn Milliarden Euro, die der Mikrochipfabrikant ESMC für seine Dresdner Fabrik samt Maschinen ausgibt. Während die Kosten für die Mikrochipfabrik zur Hälfte aus dem deutschen Bundeshaushalt bezahlt werden, kommt die Investition von Air Liquide nach Angaben des Unternehmens ohne staatliche Subventionen aus.
Air Liquide liefert auch Wasserstoff an ESMC
Air Liquide wird drei Luftzerlegungsanlagen und zwei Wasserstoffproduktionsanlagen neben der ESMC-Chipfabrik nahe dem Flughafen betreiben. Der Gase-Spezialist beliefert nach früheren Angaben auch die Dresdner Mikrochipfabriken von Infineon, Globalfoundries, X-Fab und Bosch.
Die Produktion auf dem neuen Standort soll 2027 beginnen.
Air Liquide liefert den Fabriken Stickstoff, Sauerstoff, Argon, Wasserstoff, Helium und Kohlendioxid. An seinem Logistik-Standort Ottendorf-Okrilla, der erhalten bleiben soll, sind rund 100 Menschen beschäftigt. Die neuen Anlagen benötigen kaum zusätzliches Personal.
ESMC will ebenfalls bis Ende des Jahres 2027 an den Start gehen. Erster Spatenstich war im August 2024. In der neuen Fabrik werden Chips hergestellt. Bis zu 2000 High-Tech-Stellen werden in Dresden hinzukommen. Über verbundene Unternehmen werden zusätzlich Tausende neue Arbeitsplätze erwartet. ESMC steht für European Semiconductor Manufacturing Company. Das ist ein Gemeinschaftsunternehmen, denn an der neuen Chipfabrik in Dresden sind mehrere Firmen beteiligt. Die taiwanesische Firma TSMC ist eine davon. Außerdem bauen auch die deutschen Unternehmen Bosch und Infineon sowie die niederländische Firma NXP mit. (mit amb)
SZ


