Suche

Suche

Erstes Mömax-Möbelhaus in Dresden: „Wir wollen einen scharfen Preis bieten“

Am Mittwoch öffnet Dresdens erste Mömax-Filiale an der Flügelwegbrücke. Hier soll es junges Wohnen zum kleinen Preis geben. Ein exklusiver erster Blick in das Einrichtungshaus.

Lesedauer: 4 Minuten

Zu sehen ist ein quaderförmiges Systemgebäude mit der Aufschrift "möma" in weiß. Das Gebäude ist grünlich akzentuiert und der Eingangsbereich ist mit gelben und roten Luftballons geschmückt.
Auf rund 6.500 Quadratmetern gibt es im neuen "Trendmöbelhaus" Mömax in Dresden ab Mittwoch Möbel und mehr zum kleinen bis mittleren Preis. Es ist die 47. Mömax-Filiale in Deutschland und eine von nur wenigen im Osten.

Von Dominique Bielmeier

Dresden. Eigentlich wollte man die Luftballons in pink und hellgrün, die zur großen Eröffnung rund um die Eingangstür angebracht sind, auch auf dem Dach befestigen. Aber da Mömax in der Einflugsschneise zum Dresdner Flughafen liegt, war das nicht erlaubt, erzählt Sprecher Florian Schmidt bei der Vorstellung des neuen Einrichtungsmarkts ein wenig amüsiert. Immerhin ist der erste Mömax in Dresden, an der Hamburger Straße, eine knappe halbe Stunde Autofahrt vom Airport entfernt. Da frage man sich schon, wie tief die Flieger unterwegs seien. Aber: Regeln sind Regeln – und an ein paar Ballons soll die Eröffnung nach rund 1,5 Jahren Bauzeit nicht scheitern.

6.500 Quadratmeter, zwei Etagen, rund 40 Mitarbeiter: Auf der ehemaligen Brache zwischen Flügelwegbrücke und dem Tanklager an der Bremer Straße ist ein Einrichtungshaus entstanden, das Ikea und Höffner Konkurrenz machen könnte. Durch den verkehrstechnisch gut angebundenen Standort mit 130 Parkplätzen (plus 76 für Fahrräder) verspricht sich Mömax, das zur österreichischen XXXL-Group gehört, einen großen Zustrom an Kunden, auch aus dem Umland. Was aber finden die hier, was die Konkurrenz nicht hat?

Mömax in Dresden ist eine von wenigen Filialen in Ostdeutschland

Auf den ersten Blick kennt man das Verkaufsflächenkonzept des Möbelhauses so ähnlich von Ikea im Elbepark: Ein paar Möbelgruppen im hellen Eingangsbereich, dann geht es über eine Rolltreppe hoch in die Möbelausstellung, auf den Boden projizierte Pfeile weisen dort den Weg durch die einzelnen Abteilungen, die wirklich jeden Bereich des Wohnens abdecken. Im Erdgeschoss findet man dann die große SB-Halle, kleinere Möbel wie Regale sowie Dekoartikel aller Art gibt es hier, Heimtextilien und mehr zum spontanen, schnellen Mitnehmen.

Am Dienstag fand in der neuen Mömax-Filiale an der Hamburger Straße in Dresden ein Testlauf mit ersten Kunden statt. Ab Mittwoch hat das Einrichtungshaus dann regulär und mit vielen Start-Angeboten und Aktionen geöffnet. Zum Beispiel kann ein BMW gewonnen

Der Vergleich mit Ikea lohnt sich auch bei der Zielgruppe: Auch Mömax will eher junge Menschen ansprechen, die keinen prall gefüllten Geldbeutel haben. Oder wie Sprecher Schmidt mehrfach sagt: „Wir wollen einen scharfen Preis bieten.“ Das heißt laut aktuellem Angebot auf der Mömax-Website zum Beispiel: eine kleine Wohnlandschaft ab knapp 450 Euro, ein Schwebetürenschrank für knapp 190 Euro – im Eröffnungsangebot sogar für nur 99 Euro. Bis zu 40 Prozent Preisersparnis auf Möbel bis mindestens 3. Juni verspricht Mömax allgemein mit einem Gutschein aus dem aktuellen Prospekt.

Auch das Möbelangebot an sich unterscheidet sich von dem bei Ikea, weniger skandinavisch wirkt es, man orientiere sich eher an Designtrends. Nicht umsonst nennt sich Mömax auch „Trendmöbelhaus“. Angesagt seien derzeit zum Beispiel Sofas mit Cordbezug und Regale aus dunklem Metall.

Zur Eröffnung werden die Preise besonders „scharf“ sein, verspricht Mömax.

In der Möbelausstellung werde außerdem viel Wert auf Innendesign gelegt, die kleinen beispielhaften Wohnräume seien liebevoll bis ins Kleinste dekoriert, wie man das von Fotos bei Pinterest oder Instagram gewohnt sei. Der Kunde solle eine gute Idee für sein eigenes Zuhause mitnehmen. Dort kann er die Möbel dann alle wie bei der Konkurrenz selbst montieren. Anders als bei Ikea gibt es bei Mömax aber noch einen Service am Lager, der Kunde muss sich die abgepackte Ware also nicht selbst zusammensuchen und sie verladen.

Digitale Preisschilder, aber keine Gastronomie

Für knapp 40 Euro kann für den Transport drei Stunden lang ein Auto geliehen werden. Ein Liefer- und Montageservice kostet ebenfalls extra, außer bei Küchen. Diese können, wie auch Sofas oder Schlafzimmer, in 3-D am Computer geplant werden.

Stolz ist man bei Mömax außerdem auf die „komplett digitale Preisauszeichnung“ der Ware und die vielen Monitore im Haus, die teilweise mannshoch in kurzen Filmsequenzen zum Beispiel die Möglichkeiten der Schlafzimmereinrichtung zeigen. Die Notizzettel, papierenen Maßbänder und kleinen Bleistifte, die daneben hängen, wirken da fast schon etwas aus der Zeit gefallen.

Was aussieht wie ein normales Papierschild, ist digital: Alle Preise im neuen Mömax in Dresden werden digital angezeigt. So will man auch Papier sparen.

Nur Gastronomie sucht man, bis auf einen Snackautomaten, im neuen Mömax vergebens. Für diese mittlere Verkaufsfläche – eine Filiale in Berlin hat ganze 12.000 Quadratmeter – sei das nicht vorgesehen. Der nächste Mömax ist übrigens erst in Halle (Saale), mit Ausnahme der zwei Hauptstadt-Standorte gibt es insgesamt nur drei Filialen in Ostdeutschland.

Die fehlenden Ballons auf dem Dach sind auch angesichts der Historie des Neubauprojektes keine Rede wert: Das rund zwei Hektar große Areal musste aufgrund des verseuchten Bodens – hier befand sich früher ein Vertriebslager für Produkte der Petrolchemie – aufwendig geräumt werden. Mehr als 50 Jahre lang waren bis 1992 auf den Flächen Farben und Lösungsmittel für den Großhandel aufbewahrt worden, giftige Stoffe wie Schwermetalle und Mineralöle waren in die Erde gelangt. In den 1990er-Jahren verschwanden die alten Gebäude, gut 20 Jahre lang lag die Fläche brach.

Kritik vom Handelsverband Sachsen an Mömax-Ansiedlung

Die Kosten für die Beräumung musste der Investor jedoch nicht alleine tragen, sondern er wurde finanziell vom Freistaat unterstützt: Insgesamt 1,1 Millionen Euro stellte die Landesdirektion zur Verfügung. Die Fördermittel, die rund 80 Prozent der Kosten abdecken, stammten aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

„Mit den Fördergeldern in Höhe von reichlich einer Million Euro verschwindet nicht nur eine weitere unansehnliche städtische Brache in Dresden“, sagte Regina Kraushaar, Präsidentin der Landesdirektion, im Sommer 2021, „sondern es wird endlich möglich, die schweren Umweltsünden der Vergangenheit in einem gewerblich intensiv genutzten Stadtareal mitten in der Landeshauptstadt zu tilgen“.

Kritik geübt hatte in der Vergangenheit der Handelsverband Sachsen. „Diese Fläche ist aus unserer Sicht überhaupt nicht für den Einzelhandel geeignet“, sagte David Tobias, der für die Region Dresden zuständig ist, im Sommer 2021. Die Verkehrsbelastung an der Kreuzung der Flügelwegbrücke sei bereits damals zu hoch gewesen. „Die Zufahrten und Ausfahrten werden den üblichen Besucherzahlen nicht gerecht werden können und die Verkehrssituation an der Bremer Straße und Hamburger Straße zusätzlich belasten.“ (mit SZ/noa)


Ab Mittwoch hat das Mömax-Möbelhaus, Hamburger Straße 46, immer von Montag bis Samstag in der Zeit von 10 bis 19 Uhr geöffnet.

Das könnte Sie auch interessieren: