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Gastronomie in Görlitz: Veggie-Bar-Inhaber erweitert sein Angebot mit neuem Café

Im ehemaligen Café Herzstück ist im November 2025 das „Innuendo” gestartet. Gegründet hat es Dinko Skopljak, ein Ex-Jugoslawe mit bewegter Biografie, der zuletzt in Würzburg lebte. Welche neuen Ideen er hat, um weiter gastronomisch durchzustarten.

Lesedauer: 3 Minuten

Dinko Skopljak ist Inhaber des Innuendo. So heißt die neue vegane und alkoholfreie Bistro-Bar im ehemaligen Café Herzstück. Quelle: Martin Schneider

Marc Hörcher

Görlitz. Café-Inhaber Dinko Skopljak fühlt sich angekommen in Görlitz. Er lächelt zufrieden. Wählt seine Worte mit Bedacht, scheint durch nichts aus der Ruhe zu bringen, während im Hintergrund Lounge-Musik zu hören ist. Es gibt Kuchen. Schoko-Mousse, Mango-Mascarpone und Erdnuss-Zimt. Alles vegan, selbstverständlich für den Inhaber, selbst Veganer aus (nicht nur politischer) Überzeugung. „Hmm, riecht sehr gut“, findet Jessica Züchner, die erste Probe-Gästin des neu eingerichteten Cafés im Innuendo.

Das Innuendo selbst, eine vegane Bar für Nüchterne mit einer breiten Auswahl an alkoholfreien Spirituosen in der Weberstraße 2 in der Görlitzer Altstadt, ist bereits Anfang November 2025 gestartet. Dinko Skopljak ist Inhaber. Jetzt erweitert er das Angebot um einen separaten Café-Bereich, der sich in zwei extra Räumen befindet, direkt neben dem Bar-Betrieb und dennoch räumlich abgetrennt. Hier möchten er und sein Team die Gäste künftig mit Kaffee und Kuchen verwöhnen, nebenan gibt es die Drinks sowie herzhafte Snacks. Wobei der Inhaber das gerne etwas flexibel halten möchte. „Wenn drüben voll ist und die Leute hier einen Burger essen möchten, werden wir schon nicht Nein sagen.“

Jessica Züchner ist selbst Veganerin und als solche schnell Fan der Innuendo-Bar in der Weberstraße 2 geworden. Hier testet sie exklusiv für die SZ das neue Café.
Jessica Züchner ist selbst Veganerin und als solche schnell Fan der Innuendo-Bar in der Weberstraße 2 geworden. Hier testet sie exklusiv für die SZ das neue Café.
Quelle: Martin Schneider

Der 48-Jährige ist im ehemaligen Jugoslawien geboren, hat zuletzt lange Zeit in Würzburg gelebt und unter anderem schon als Zahntechniker, Fotograf und Social-Media-Manager gearbeitet. Jetzt ist er hier, in Görlitz – der Liebe wegen hergezogen. Gastronom ist das neue berufliche Kapitel, welches er vor fünf Monaten aufgeschlagen hat.

Vom Stammkunden zum neuen Inhaber

Mit dem Innuendo bespielt er die Räumlichkeiten des ehemaligen Café Herzstück, einem vegan-vegetarischen Nähcafé. Skopljak und seine Familie waren Stammgäste in der Lokalität, die im Görlitzer Volksmund oft als „Herzi“ bezeichnet wurde. Nachdem dessen Inhaberin beschloss, das Café nicht weiterzuführen und stattdessen in den Nahen Osten auszureisen, waren sie über diesen Wegzug genauso überrascht und traurig wie viele andere und beschlossen kurzerhand, dieses Nachfolge-Projekt hochzuziehen. Es richtet sich an eine ähnliche Zielgruppe, aber nicht exakt dieselbe. „Viele, die das Herzi kannten, kommen jetzt erst so langsam wieder und entdecken uns“, sagt der Chef.

Probier's mal mit Gemütlichkeit: So ist der neue Café-Bereich im Innuendo eingerichtet.
Probier’s mal mit Gemütlichkeit: So ist der neue Café-Bereich im Innuendo eingerichtet.
Quelle: Martin Schneider

Seit der Eröffnung der Bar hat sich – abgesehen von dem Café-Bereich, der jetzt startet, und für den zwei aus dem Küchenteam extra einen Barista-Kurs in Dresden absolviert haben – so einiges getan. Das Gastro-Team habe einmal komplett durchgewechselt, relativ normal für diese Branche, erzählt er.

Hmm, der Kuchen riecht sehr gut. – Jessica Züchner, Probe-Gästin des neuen Cafébereichs im Innuendo

Dinko Skopljak hat seinen Bruder Irvin, zuletzt ebenfalls in Würzburg lebend und dort in der Gastronomie tätig, hergeholt. Er ist im Service und in der Küche tätig. Die anderen Angestellten stammen alle aus dem ehemaligen „Herzstück“-Team und haben jetzt an ihrer alten (neuen) Wirkungsstätte wieder Beschäftigung gefunden. Magdalena Jezowska und Tina Kurzeluk kümmern sich um den leckeren Kuchen. Ergänzt wird dieses Kernteam durch Joanna Piotrowska, zuständig für Küche und Organisation.

Dinko Skopljak selbst hat sich in den vergangenen Monaten unter anderem damit beschäftigt, neue Veranstaltungsformate in sein Innuendo (übrigens nach einer berühmten Queen-Platte benannt) zu holen. Von Party über Brettspielabend bis zu einer neuen, monatlichen Lesebühne mit Musik namens „Sanft und Seltsam“, für die er die beiden Görlitzer Autoren Alexander Puchtler und Andreas Scheinpflug gewinnen konnte. Das Duo bildet die Stammbesetzung und lädt sich immer einen Gast ein. Dann wird gelesen, gedichtet, musiziert und improvisiert. Jeden ersten Mittwoch im Monat ab 19 Uhr, Einlass eine halbe Stunde früher, Eintritt frei. Die Bühne wird im neuen Café-Bereich aufgebaut.

Zwei neue dystopische Bücher geplant

Die Liebe zur Literatur kommt bei diesem Inhaber nicht von ungefähr: Er ist selbst Autor einer dystopischen Zombie-Roman-Reihe. Außerdem spielt er Basketball und entdeckt gerade den Kampfsport für sich, schnuppert über ein Probe-Training beim Görlitzer Verein Mammut Gym in die Kunst des Muay Thai herein und ist ganz angetan davon.

Und als hätte er mit all diesen Projekten und Hobbys nicht genug zu tun, ist er gerade dabei, zwei weitere belletristische Bücher fertigzustellen. Sein Verlag wolle beide noch in diesem Jahr drucken, fast unmittelbar hintereinander. Das eine Buch wird ein Actionthriller à la Jason Bourne, das zweite ein Science-Fiction-Stück über die Postkolonialisierung des Mars. Beides eher düster. „Dystopisch ist irgendwie mein Markenzeichen“, behauptet er und lacht verschmitzt.

Probe-Gästin Jessica Züchner lacht mit. Fast so, als ob sie es ihm nicht so recht glauben wolle, dem graubärtigen Mann mit den vielen kreativen Geschäftsideen, der dort zwischen Lounge-Musik und Grünpflanzen sitzt und weiter so friedlich lächelt.

Nächste Lesebühne „Sanft & Seltsam“: Mittwoch, 1. April 2026, 19 Uhr, Einlass 18.30 Uhr, Innunendo, Weberstr. 2, Eintritt frei

SZ

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