Leipzig. Nachdem am 165 Millionen Euro teuren Leipziger Neubau der Sächsischen Aufbaubank (SAB) großflächige Schäden entdeckt worden waren, sollen nun die beteiligten Baufirmen zumindest einen Teil der dadurch entstehenden Reparaturkosten tragen. Zur Wahrung ihrer Rechte habe die SAB ein Schiedsverfahren gegen die Baufirmen eingeleitet, teilte ein Sprecher auf Nachfrage mit. Ein Schiedsverfahren ist ein außergerichtliches Verfahren, das in der Regel schneller zu einem Ergebnis kommt als ein Gerichtsprozess. Am Ende könnte beispielsweise ein Kompromiss mit den Baufirmen zur Kostenübernahme stehen.
Die Schäden an dem 2021 eröffneten Prestige-Bau unweit des Hauptbahnhofs waren Anfang 2026 bei einer routinemäßigen Überprüfung festgestellt worden. An mehreren Stellen im Erdgeschoss und in den Obergeschossen hatten sich einzelne Abdeckungen und Blechteile gelockert. Weil diese herauszufallen drohten, wurde das SAB-Gebäude wochenlang mit Gittern abgesperrt. Nur noch die Eingänge waren offen.
Absperrgitter verschwunden, 540 Fassadenteile demontiert
Die Absperrgitter sind nun verschwunden. Insgesamt seien rund 540 lockere Blechteile, sogenannte Lisenen, im Erdgeschoss sowie in den Obergeschossen fachgerecht demontiert und eingelagert worden, teilt der SAB-Sprecher mit. Die Arbeiten seien beendet. Die öffentlichen Flächen in den Außenanlagen seien somit wieder vollumfänglich nutzbar.

Quelle: Wolfgang Sens
Wie es jetzt weitergeht, ist aber offen. Denn noch ist unklar, warum sich die Blechteile überhaupt gelockert haben. Laut Angaben der SAB sind die Untersuchungen noch nicht abgeschlossen. Deshalb könne derzeit noch keine Aussage über den Zeitplan für die Instandsetzung oder Teilerneuerung der Fassade getroffen werden. Auch zur Schadenshöhe kann die SAB noch keine Angaben machen.
Bauphase verlief nicht ohne Komplikationen
Der Bau war nach einem Entwurf des Londoner Architekturbüros ACME auf dem ehemaligen Robotron-Areal an der Gerberstraße entstanden. 2013 wurde das dortige Gebäude abgerissen. Baubeginn für das SAB-Sitz war dann im Jahr 2015.
Auch die Bauphase verlief nicht ohne Komplikationen. So waren anfangs Kosten von 107 Millionen Euro plus Risikoaufschläge angepeilt worden. Probleme mit dem Baugrund und die allgemeine Kostensteigerung in der Baubranche machten den SAB-Sitz um rund 50 Prozent teurer. Hinzu kam: Ursprünglich sollte das Gebäude schon 2019 eröffnen. Doch nach der Insolvenz des Generalplaners musste das Projekt neu organisiert werden.


