Deutsche Presse-Agentur dpa und Franziska Anders
Dresden/Hannover. Viele Berufstätige in den ostdeutschen Bundesländern blicken laut einer Umfrage mit Sorge auf ihre finanzielle Situation im Ruhestand. Vor allem in Thüringen und Sachsen glaubt nur jeder Fünfte, dass er oder sie den aktuellen Lebensstandard halten kann, wie aus der diesjährigen Berufestudie der HDI-Versicherung hervorgeht.
Im bundesweiten Schnitt geht jeder Vierte davon aus. In Sachsen-Anhalt sind es der Befragung zufolge 23 Prozent und damit ebenfalls weniger als im Bundesschnitt.
Mehrheit würde gern Teilzeit arbeiten
Das Umfrageinstitut Yougov befragte im HDI-Auftrag im Juni und Juli insgesamt 3739 Berufstätige, die Erhebung war demnach repräsentativ.
Ein weiteres Hauptergebnis der Studie: Eine wachsende Mehrheit in Deutschland hat keine Lust mehr auf Vollzeitarbeit. Mittlerweile würden demnach 53 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland Teilzeit bevorzugen, wenn es ein entsprechendes Angebot für sie gäbe.
Sachsens Beschäftigte zieht es verstärkt in den öffentlichen Dienst
Wie aus der Studie weiter hervorgeht, bevorzugen Sachsens Berufstätige bei der Jobsuche zunehmend den öffentlichen Dienst. 46 Prozent entscheiden sich bei vergleichbaren Angeboten für eine Anstellung beim Staat – deutlich mehr als für die Privatwirtschaft, die nur auf 37 Prozent kommt.
Damit liegt Sachsen über dem bundesweiten Schnitt, der bei 43 Prozent für den öffentlichen Dienst und 40 Prozent für die Privatwirtschaft liegt. Nur wenige Bundesländer verzeichnen einen noch stärkeren Trend hin zum Staatsdienst.
Höhere Ruhestandsbezüge als Grund
Für ein Fünftel der sächsischen Berufstätigen ist der öffentliche Dienst in den vergangenen fünf Jahren attraktiver geworden. Nur 15 Prozent empfinden ihn als weniger reizvoll. Hauptgründe für die Entscheidung zugunsten des Staatsdienstes sind höhere Ruhestandsbezüge, Arbeitsplatzsicherheit sowie geregelte Arbeitszeiten.
Rüstungsunternehmen oder sicherheitsnahe Industriebranchen gelten hingegen als weniger attraktiv – auch wenn die Tätigkeitsfelder vergleichbar sind. Die Zurückhaltung gegenüber solchen Arbeitgebern ist in Sachsen besonders ausgeprägt.
Grundsätzlich gehen die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen der Studie zufolge aber gerne arbeiten. So gaben in Sachsen 79 Prozent der Befragten, in Thüringen 78 Prozent an, dass sie gerne arbeiten. In Sachsen-Anhalt waren es 75 Prozent. Bei Schlusslicht Nordrhein-Westfalen waren es nur 69 Prozent.


