Dresden . Fast jedes Kind in Sachsen hat gelernt, mit der Zahncreme Putzi seine ersten Milchzähne zu putzen. Aber dass das auch viele Kinder in China oder Saudi-Arabien tun, wissen viele nicht.
Putzi ist der Verkaufsschlager der Dental-Kosmetik GmbH in Dresden. Die Kinder-Zahncreme wird in zehn Länder nach Fernost und im Nahen Osten exportiert. Insgesamt werden auf dem Werksgelände mitten in der Dresdner Neustadt jedes Jahr zwischen 60 und 70 Millionen Tuben mit Zahncreme und Flaschen mit Mundwasser hergestellt. Ein Drittel davon geht ins Ausland. Dental-Kosmetik, die seit 1992 zur Argenta-Unternehmensgruppe in München gehören, produzieren Eigenmarken und vor allem Handelsmarken für große Drogerie- und Handelsketten.

Quelle: PR/Dental-Kosmetik GmbH
Aber das ist nicht der Grund, warum die beiden Geschäftsführer Dr. Helmut Röschinger, der auch Gesellschafter ist, und Felix Lukasch für den diesjährigen Preis „Sachsens Unternehmer des Jahres 2026″ nominiert sind. Ihre besondere Leistung im vergangenen Jahr besteht darin, trotz Zöllen und hohen Energiekosten den Produktionsstandort in Dresden gesichert zu haben. Entwicklung, Abfüllung, Verpackung – alles findet komplett unter einem Dach statt, wirklich „Made in Germany”.
„Durch steigende Effizienz, moderne Prozesse und hohe Produktivität behaupten wir uns – auch in einem Markt, der von Preisverfall und internationalem Kostendruck geprägt ist“, betont Felix Lukasch.
Durch steigende Effizienz, moderne Prozesse und hohe Produktivität behaupten wir uns – auch in einem Markt, der von Preisverfall und internationalem Kostendruck geprägt ist. – Felix Lukasch, Geschäftsführer Dental-Kosmetik GmbH
Er ist zwar schon seit etlichen Jahren in der Geschäftsführung, doch vor rund eineinhalb Jahren hat er das operative Geschäft vor Ort übernommen. Unter seiner Vorgängerin, die bis dahin in Dresden den Betrieb steuerte, drang nicht viel über die Lage in der Traditionsfirma nach außen. Die Ursprünge von Dental Kosmetik gehen auf das 1907 gegründete Laboratorium LEO zurück, den Erfinder von Chlorodont. Zuletzt machten 2021 Warnstreiks für höhere Löhne Schlagzeilen. Auf die Frage, wie sich seitdem die Löhne für die knapp 100 Beschäftigten – zur Hälfte Frauen – entwickelt haben, heißt es: „Die Vergütungsstrukturen und Arbeitsbedingungen werden kontinuierlich überprüft und angepasst“. Die Förderung einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist nach eigenen Angaben fester Bestandteil der Personalarbeit. Mitarbeitenden mit familiären Verpflichtungen wird eine „verlässliche Grundschicht“ ermöglicht. Produziert wird im Zwei-Schicht-System.
Neue Rezeptur für Putzi in Arbeit
Lukasch bemüht sich nicht nur um einen besseren Austausch mit Betriebsrat und Belegschaft, er investierte auch in neue Produktionsanlagen, die Modernisierung des Verwaltungsgebäudes oder recycelbare Tuben. Auf Nachhaltigkeit wird Wert gelegt, bis 2031 soll komplett auf Ökostrom umgestellt werden.
Der Wettbewerb
Der Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von „Sächsischer Zeitung“, „Freier Presse“, „Leipziger Volkszeitung“, MDR SACHSEN, Volkswagen Sachsen, Schneider + Partner, Sächsischer Lotto-GmbH, So geht sächsisch und AOK PLUS.
Produziert wird noch immer auf dem historischen Gelände der alten LEO-Werke. Die Mitarbeitenden würden die kurzen Wege schätzen, berichtet Julia Bürger, seit vergangenem April für das Marketing verantwortlich. Sie schätzt an ihren beiden Chefs die Innovationsfreude und die Offenheit für zeitgemäße Private-Label- und Eigenmarkenkonzepte. So werden die Designs überarbeitet und Produktionsabläufe weiterentwickelt, damit mehr Vielfalt und kleinere Serien möglich sind. „Der Ausbau unserer Kapazitäten im Bereich Mundspülung sowie die Stärkung von Forschung und Entwicklung sichern unsere Wettbewerbsfähigkeit“, so Lukasch.
Die eigene Entwicklungskompetenz basiert auf über 200 Rezepturen. Bald kommt eine neue Rezeptur für Putzi hinzu.
SZ


