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Elbe-Flugzeugwerke liefern Frachtflugzeuge an Air China – und bauen Fernost-Geschäft aus

Das Dresdner Unternehmen liefert das achte Frachtflugzeug an Air China aus. Der Abschluss des ersten Großauftrags soll der Beginn einer neuen Phase der Zusammenarbeit sein.

Lesedauer: 2 Minuten

Mit einer feierlichen Zeremonie lieferten die Elbe Flugzeugwerke am 14. Januar in Chengdu in China das achte umgerüstete Frachtflugzeug vom Modell A330-200 an Air China aus. Quelle: PR/ElbeFlugzeugwerke

Nora Miethke

Dresden . Während sich so manche deutsche Unternehmen aus China zurückziehen, zieht es die Elbe Flugzeugwerke (EFW) stärker hin. Das Dresdner Unternehmen hat am Mittwoch das achte Frachtflugzeug an den Kunden Air China Cargo ausgeliefert. Damit schließen die EFW ihren ersten Großauftrag in China erfolgreich ab, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Umrüstung der Passagiermaschinen wurde in Dresden geplant und bei Ameco im chinesischen Chengdu durchgeführt. Die Umrüstung der Air China Frachter (A330-200) lief insgesamt etwa zwei Jahre.

„Wir sind stolz auf die erfolgreiche Zusammenarbeit und freuen uns auf die weitere Kooperation in den kommenden Jahren“, betonte Torsten Kühn, Leiter des Umrüstungsprogramms von EFW, während einer Übergabezeremonie in Chengdu. Für Shen Min, Geschäftsführer von Ameco, ist die vollständige Auslieferung „der Beginn einer neuen Phase“.

Planung in Dresden, Umsetzung in China

Ameco will die Zusammenarbeit bei globalen Umrüstungsprojekten mit EFW fortsetzen. Durch die Vertiefung der strategischen Partnerschaft soll die Entwicklung des Bereichs Frachterumrüstung vorangetrieben werden. „Wir sind aktuell mit Kunden dazu im Gespräch. Über konkrete Verträge informieren wir nach Abschluss“, sagt Kühn auf Nachfrage von SZ und LVZ.

Das Unternehmen ist auf Aufträge angewiesen, denn es spürt den Handelskrieg zwischen den USA und China erheblich. Die Expressfracht zwischen beiden Großmächten sei um 40 Prozent eingebrochen, hatte EFW-Geschäftsführer Jordi Boto im vergangenen September öffentlich geklagt.

So schützen Dresdner nebenbei ihr Wissen

Und wie profitiert der Dresdner Standort mit seinen über 2000 Beschäftigten davon? Die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern würde zur Stabilisierung des gesamten EFW-Netzwerks beitragen, heißt es.

Für die Umrüstung von Flugzeugen an anderen Standorten seien nicht nur technisches Know-how, sondern vor allem Lizenzen notwendig. „Daher führen wir die gesamte technische Planung und Berechnung (Engineering) am Standort Dresden durch, erläutert Kühn. So schützen die Dresdner nebenbei auch ihr Wissen.

EFW-Experten unterstützen chinesische Kollegen

Ameco ist das Wartungsunternehmen von Air China und Air China Cargo. Der Standort Chengdu hat sich auf die Umrüstung von Passagierflugzeugen zu Frachtern spezialisiert. Seit Juli 2022 arbeiten Ameco und EFW zusammen.

Im Rahmen der Kooperation wurden nach eigenen Angaben Fachkräfte ausgetauscht und am jeweils anderen Standort geschult. EFW-Experten unterstützen ihre chinesischen Kollegen in bestimmten Phasen auch vor Ort und führen Qualitätskontrollen und Abnahmen am Ende der Umrüstung durch.

SZ

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