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Sachsens umsatzstärkstes Unternehmen zieht Bilanz

Die Geschäfte der VNG AG mit Russland sind aufgelöst. Der Leipziger Konzern bezieht nun Erdgas als LNG sowie aus Algerien und Norwegen. Verluste sind kein Thema mehr.
Lesedauer: 2 Minuten
Man sieht die Gebäuden der Zentralen der Verbundnetz Gas AG in Leipzig
Die Zentrale der Verbundnetz Gas AG in Leipzig: Der Gasversorger machte 2023 gut 23,2 Milliarden Euro Umsatz. © Hendrick Schmidt/dpa

Von Ulrich Wolf

Leipzig. Das umsatzstärkste Unternehmen Sachsens, die Verbundnetz Gas AG (VNG), hat im vorigen Jahr Einnahmen von 23,2 Milliarden Euro gehabt. Das ist zwar deutlich weniger als 2022, das Konzernergebnis jedoch kletterte auf 380 Millionen Euro. Es war 2022 mit 337 Millionen Euro noch kräftig im Minus gewesen. Diese Zahlen gab VNG-Finanz- und Personalchef Bodo Rodestock am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz am Konzernsitz in Leipzig bekannt.

Der Energieriese beschäftigte seinen Angaben zufolge Ende 2023 fast 1.690 Mitarbeiter, gut 100 mehr als ein Jahr zuvor. „2023 sind die extremen Belastungen durch die Gasersatzbeschaffung für nicht mehr aus Russland gelieferte Mengen entfallen“, sagte Rodestock. Diese Kosten würden 2024 auch mehr anfallen.

Die Lieferungen aus Russland seien allesamt ersetzt worden: durch Importe aus Norwegen und Algerien, über Einkäufe am Handelsmarkt sowie von tiefgekühltem Erdgas (LNG). Vorstandschef Ulf Heitmüller betonte, VNG werde „weiter daran arbeiten, neue Lieferverträge abzuschließen“. Jeder zusätzliche Vertrag sei ein Baustein für eine zuverlässige und sichere Gasversorgung.

Das Management kündigte an, VNG werde bei „entsprechenden Rahmenbedingungen“ in den nächsten zehn Jahren bis zu fünf Milliarden Euro in die Netz-Infrastruktur für die Nutzung sogenannter grüner Gase investieren. Als wichtigen Baustein dabei sieht VNG Biogas. Als regional erzeugter und grundlastfähiger Energieträger leiste Biogas einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Derzeit arbeite man zudem am Aufbau einer grünen Wasserstofflieferpartnerschaft mit Chile.

Gasspeicher in Peißen soll viertgrößter Europas werden

Das für erneuerbare Energien zuständige Tochterunternehmen betreue nunmehr 40 Anlagen in Nord- und Ostdeutschland, hieß es. Diese könnten jährlich rund 120.000 Haushalte mit erneuerbarer Energie versorgen.

An Bedeutung gewinne zudem der Geschäftsbereich Speicher. So betrieb die VNG gemeinsam mit der russischen Gazprom den Untergrundgasspeicher Katharina in Peißen bei Bernburg in Sachsen-Anhalt. Im Herbst 2023 jedoch wurden der Anteil des russischen Konzerns, der immerhin 50 Prozent groß war, entschädigungslos einkassiert, seitdem hat VNG dort allein das Sagen. Das nach der russischen Zarin Katharina der Großen benannte Lager soll bis 2025 rund 600 Millionen Kubikmeter Gas speichern können; das wäre dann der viertgrößte Erdgasspeicher Europas. Außer Peißen gehören zum VNG-Konzern auch Speicher in Bad Lauchstädt und Bernburg in Sachsen-Anhalt sowie Jemgum und Etzel in Niedersachsen.

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