Großenhain. Die gute Nachricht zuerst: Es gibt keinen Grund zur Panik am Eier-Regal im Supermarkt. Zwar könne es kurz vor Ostern bei manchen Sorten hier und da vorübergehend knapp werden, erzählt Fabian Riedel, Chef des Geflügelhofs Großenhain, im Podcast „Thema in Sachsen“ von Sächsischer Zeitung und Leipziger Volkszeitung, aber: „Es gibt genügend Eier, und jeder kann am Ostersonntag sein Frühstücksei essen und eins für das Kind verstecken.“
Jetzt die eher nicht so gute Nachricht, die Folgen für Geflügelhalter, Verbraucher und Tiere hat: „Wir haben noch keine Entwarnung. Die Risikoeinschätzung ist weiterhin hoch.“ Das sagt Dr. Susanne Bastian, seit reichlich einem halben Jahr Präsidentin der Landesuntersuchungsanstalt (LUA) Sachsen, und bezieht sich dabei auf die seit Monaten wegen der Vogelgrippe angespannten Seuchenlage.
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Der Podcast berichtet aus zwei Perspektiven über die aktuelle Situation. Da ist der Praktiker aus der Landwirtschaft – und da ist die Leiterin einer Behörde, die Tierseuchen überwacht und dafür sorgt, Gefahren von Bevölkerung und Tierbeständen abzuwenden. Riedel berichtet aus dem Alltag seines Geflügelhofs, auf dem rund 100.000 Tiere leben. Bastian ordnet die Lage wissenschaftlich ein, erklärt, was die Ursachen für die Verbreitung der Vogelgrippe sind, und schildert, wie Behörden auf neue Fälle reagieren.
Drei große Ausbrüche hat es im zurückliegenden Winterhalbjahr in Sachsen gegeben, erzählt Bastian. Was es für einen Geflügelbetrieb bedeutet, wenn er davon betroffen ist, weiß Riedel. „Diese Machtlosigkeit … das ist ein Anblick, den will kein Landwirt sehen“, sagt er. „Wir selbst sind verschont geblieben“, aber Riedel kennt die Betreiber der betroffenen sächsischen Höfe und deren Sorgen. Von einem Tag auf den anderen seien ganze Bestände weg, Ställe voller Hühner leer, die Tiere getötet. „Das klingt jetzt hart, aber die Hühner werden in Container geführt, vergast und dann entsorgt.“
Damit genau das nicht passiert, müssen Betriebe hohe Hygienestandards erfüllen. „Ein Hühnerstall ist gewissermaßen hermetisch abgeriegelt“, sagt Riedel. Um ein Eintragen von Viren zu verhindern, dürfen außer den Mitarbeitern keine anderen Personen in die Ställe. Seit Dezember 2025 können Hühner auch nicht mehr raus. Egal, ob Bio-Huhn oder Freilandhaltung: Es herrscht Stallpflicht.
Warum sich der Eierpreis in fünf Jahren verdreifacht hat
Für Verbraucher zeigt sich die angespannte Lage weniger in der Verfügbarkeit der Eiprodukte, sondern vor allem beim Preis. Eier sind in den vergangenen Jahren ohnehin deutlich teurer geworden, wie ein kurzer Blick auf die Entwicklung der Erzeugerpreise zeigt, die das sächsische Landwirtschaftsministerium online in einer Grafik ausweist. Seit 2021 haben sich die Preise demnach im Schnitt je nach Sorte verdreifacht.
„Wir haben seit fünf Jahren eigentlich einen dauerhaften Katastrophenzustand“, sagt Riedel mit Blick auf diese Grafik. Die Ursachen seien vielfältig. Im Podcast geht er genau auf alle ein. Steigende Energiepreise im Zuge globaler Krisen, der Mindestlohn, eine gestiegene Nachfrage – vor allem aber seien wegen des Krieges in der Ukraine die Preise für Futter explodiert. „Und der Futterpreis macht etwa die Hälfte des Eipreises aus.“

Quelle: Landwirtschaftsministerium Sachsen
Die Vogelgrippe verschärfe diese Situation zusätzlich. Allerdings keime zumindest da jetzt Hoffnung. Denn: Es wird ein Impfstoff entwickelt. Wie weit die Forschung ist und wie man überhaupt auf einem Hof 100.000 Tiere impft, auch darüber berichtet diese Folge „Thema in Sachsen“.
Gäste in dieser Folge
- Dr. Susanne Bastian ist seit September 2025 Präsidentin der Landesuntersuchungsanstalt für das Gesundheits- und Veterinärwesen (LUA) in Sachsen. Die Behörde ist dem Sächsischen Staatsministerium für Soziales, Gesundheit und Gesellschaftlichen Zusammenhalt unterstellt und gilt als nachgeordnete wissenschaftliche Einrichtung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes. Sie erfüllt Aufgaben in den Bereichen Infektionsschutz, Umweltmedizin, Krankenhaushygiene, Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit und Tiergesundheit.

Quelle: SZ/Veit Hengst
- Fabian Riedel ist Geschäftsführer bei der Großenhainer Geflügelhof GmbH. Im Podcast „Thema in Sachsen“ berichtet er von den Folgen der Vogelgrippe-Welle im zurückliegenden Winter. In dem Betrieb werden Ställe und Gehege für 100.000 Hühner bewirtschaftet. Täglich verarbeitet, verpackt und vertreibt das Unternehmen rund 200.000 Eier und beliefert vorwiegend den regionalen Markt.

Quelle: Norbert Millauer
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