Dresden. Die in Berlin ansässige Sparda-Bank hat sich am Dresdner Medizintechnik-Start-up Altavo GmbH beteiligt. Der Einstieg bei der sächsischen Firma erfolge über die Tochtergesellschaft Ostwerk GmbH, teilte das genossenschaftlich organisierte Geldhaus mit. Insgesamt seien drei Millionen Euro für das junge Dresdner Unternehmen gesammelt worden. Weitere Geldgeber seien die staatliche BMT Beteiligungsmanagement Thüringen GmbH sowie der belgische Biotechnologie-Fonds Novalis Biotech.
Die Dresdner Altavo entwickelt den Angaben zufolge eine künstliche Stimme für Stumme, etwa für Menschen, die ihre Stimme durch Kehlkopfkrebs verloren haben. Die Geldgeber bezeichnen die in Sachsen entwickelte „Silent Speech“-Technologie als „bahnbrechend“. Ziel sei es, die Lebensqualität stimmloser Menschen signifikant zu verbessern. Zudem sollen so neue Möglichkeiten in der lautlosen Mensch-Technik-Interaktion entstehen.
Altavo ist ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie universitäre Forschung in ein zukunftsweisendes Unternehmen übersetzt werden kann. – Franz Neumann, Manager der Sparda-Bank-Tochter Ostwerk GmbH
Franz Neumann, Manager der Ostwerk GmbH, sieht in Altavo einen eindrucksvollen Beleg dafür, „wie universitäre Forschung in ein zukunftsweisendes Unternehmen übersetzt werden kann“. Die Technologie von Altavo habe das Potenzial, Menschen nach einer Kehlkopfentfernung ihre natürliche Stimme zurückzugeben.
Altavo hat nach eigenen Angaben derzeit 16 Beschäftigte in Dresden und Jena. Die Firma entstand 2021 durch Forschungen in den Bereichen Sprachtechnologie und Hochfrequenztechnik der Technischen Universität Dresden. Mitgründer und Geschäftsführer Rudolf von Bünau begrüßte die neuen Investoren. Man sei damit „hervorragend aufgestellt“.
Risikokapital aus ganz Europa
Weitere bisherige Geldgeber des Dresdner Unternehmens sind der TGFS Technologiegründerfonds Sachsen, der in Bonn ansässige Hightech-Gründerfonds, die Saxonia Systems Holding, die in der Schweiz beheimatete Occident-Gruppe sowie die Technologietransfer-Firma Tudag der TU Dresden. Die nun eingesammelten drei Millionen Euro sollen insbesondere für klinische Studien sowie zur kommerziellen Produktentwicklung eingesetzt werden.
Altavo hat das Geschäftsjahr 2023 mit einem Verlust von rund 700.000 Euro abgeschlossen, das Jahr 2024 mit einem Minus von gut einer Million Euro. Für ein Start-up sind die ersten Jahre in der Regel stets mit hohen Verlusten verbunden.
SZ


