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Türkischer Konzern rettet 200 Jobs bei Eisenhütte in der Lausitz

Ein Jahr dauerte das Insolvenzverfahren bei der Eisenhütte in Ortrand. Der neue Investor kommt aus der Türkei und hat bereits in Westfalen eine insolvente Gießerei übernommen.

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Ziemlich genau ein Jahr nach Beginn des Insolvenzverfahrens ist ein Investor für die Ortrander Eisenhütte gefunden worden. Er kommt aus der Türkei, stammt aus der Branche und sichert so vorerst 200 Jobs in der Lausitz. Quelle: Archiv/Brühl

Ulrich Wolf

Ortrand. Ein Jahr nach Beginn des Insolvenzverfahrens steht fest: Die Eisenhütte in Ortrand an der sächsisch-brandenburgischen Landesgrenze kann weitermachen. Der türkische Konzern Kutluk übernimmt das Geschäft der Brandenburger.

Der wirtschaftliche Übergang sei bereits am 1. Januar dieses Jahres erfolgt, teilte Insolvenzverwalter Olaf Seidel von der Wirtschaftskanzlei AndresPartner in Dresden mit. Damit seien der Standort und alle rund 200 Arbeitsplätze gesichert.

Ich bin erfreut, dass wir dem Standort mit dem Verkauf eine Perspektive geben können.

Olaf Seidel, Insolvenzverwalter der Eisenhütte in Ortrand

Maschinen, Anlagen und sämtliche Aufträge würden in die neu gegründete Ortrander Gusstechnik GmbH überführt, hieß es. Der neue Chef im Haus heißt Sunay Memet Aga. Er ist bereits nach Ortrand gezogen. Der Mitteilung zufolge freut er sich über seine neue Aufgabe in der Lausitz.

Seit Dezember 2024 hatte Verwalter Seidel bei der Gießerei das Sagen. Er zeigte sich sehr erfreut, dass man „in einer Zeit, in der Deutschlands Gießerei- und Metallindustrie massiv unter Druck steht und … nahezu keinerlei Rettungsquoten erreicht werden, dem Standort … mit dem Verkauf eine Perspektive“ geben konnte. Die Gläubiger könnten damit rechnen, rund die Hälfte ihrer Forderungen zurückzubekommen.

Die Eisenhütte, deren Historie bis 1887 zurückreicht, übersteht damit die zweite Insolvenz innerhalb weniger Jahre. Bereits von Dezember 2019 bis Juni 2021 hatte man mit Finanznöten zu kämpfen, auch damals führte Seidel den Betrieb. Der Anfang November 2024 veröffentlichte Jahresabschluss weist für 2023 einen Umsatz von 56,5 Millionen Euro aus. Davon blieb unter dem Strich jedoch nichts übrig; es entstand sogar ein kleiner Verlust von etwa 22.000 Euro. Die meisten Aufträge stammen von Ofenguss-Produzenten und Bauunternehmen sowie der Autoindustrie.

Die Kutluk-Unternehmensgruppe als neuer Investor ist in der westtürkischen Millionenstadt Bursa ansässig. Bereits im Mai vorigen Jahres hatten sie die westfälische Teutoguss GmbH übernommen, ebenfalls aus einer Insolvenz heraus.

SZ

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