Leipzig. Das amerikanische Generalkonsulat in Leipzig wird vorerst nicht geschlossen. „Ich bin froh, dass wir das Generalkonsulat offensichtlich dort erst einmal behalten können“, betonte der sächsische Europaabgeordnete und frühere Staatskanzleichef Oliver Schenk, Ende vergangener Woche auf dem Sommerempfang der deutsch-amerikanischen Handelskammer (AmCham), Sektion Sachsen.
Im Frühjahr hatte es so ausgesehen, als ob die US-Regierung unter Präsident Donald Trump die diplomatische Präsenz der USA in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen schließen will. Das scheint vorerst vom Tisch zu sein. Hintergrund dürfte vermutlich auch das große Jubiläum im kommenden Jahr sein. Dann soll nicht nur der 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten von Amerika gefeiert werden, sondern auch der 200. Geburtstag des amerikanischen Generalkonsulats in Leipzig.
Sachsens AmCham-Vorsitzender Professor Heribert Heckschen betonte: „Unser Ziel ist es, transatlantische Beziehungen zu fördern.“ Er appelierte, gerade jetzt käme es darauf an, die Fäden nicht zu zerreißen oder auf den Boden fallen zu lassen, sondern sich in der Amcham oder in anderen Initiativen zu engagieren, um den Austausch zu pflegen. Um Missverständnissen vorzubeugen, stellte Heckschen aber auch klar, dass die Amcham eine private Vereinigung sei und kein verlängerter Arm der Bundesregierung oder der US-Administration sei. Mit Blick auf die großen Investitionsprojekte in Sachsen, nicht nur in der Chipindustrie, liege es im eigenen Interesse, gute Beziehungen mit Amerika zu pflegen.
130 sächsische Firmen haben amerikanische Gesellschafter. Im vergangenen Jahr wurden Waren im Wert von rund fünf Milliarden Euro in die USA exportiert, aber im Gegenzug nur für eine Milliarde importiert. (WiS)


