Tobias Winzer und Nora Miethke
Dresden. Die rund 11.500 Volkswagen-Mitarbeiter in Sachsen bekommen mit dem neuen Jahr mehr Geld – bei weniger Arbeitszeit. Der Grund: Von 2026 an arbeiten die Beschäftigten zu denselben Tarifbedingungen wie die Kollegen im Westen, teilt die IG Metall mit. Die Angleichung hatte die Gewerkschaft in mehreren Tarifrunden seit 2021 durchgesetzt. Nach den ursprünglichen Vereinbarungen sollte die tarifliche Gleichstellung von Volkswagen Sachsen im Jahr 2027 beginnen. Durch den Tarifvertrag von Dezember 2024 kommt sie ein Jahr früher.
Der VW-Haustarifvertrag gilt insgesamt für mehr als 120.000 Beschäftigte. Für die drei Standorte von VW Sachsen in Zwickau, Chemnitz und Dresden galt bislang ein eigener Tarifvertrag. Dies hat nun ein Ende.
Zwischen 3.914 Euro und 4.304 Euro für eine 35-Stunden-Woche
Bei VW Sachsen gab es bislang 16 Gehaltsstufen. Nach eigenen Angaben verdienten die meisten Beschäftigten in der Produktion in Sachsen zwischen 3.400 und 4.200 Euro brutto. Sie arbeiteten 36 Stunden in der Woche. Die meisten Produktionsarbeiter in den westdeutschen VW-Werken verdienen hingegen zwischen 3.914 Euro und 4.304 Euro für eine 35-Stunden-Woche. Der Haustarifvertrag zählt 22 Entgeltstufen, beginnend bei 2.400 Euro brutto im Monat bis 8.361 Euro in der 22. Stufe. Allerdings werden die Stufen 21 und 22 nicht mehr vergeben, haben aber Bestandsschutz.
„Diese Angleichung ist über drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung überfällig. Wir haben sie unter wirtschaftlich schwierigen Bedingungen für die Autoindustrie durchgesetzt“, sagt Jan Otto, IG Metall-Bezirksleiter Berlin-Brandenburg-Sachsen. „Jetzt kommt es darauf an, die Produktion bei Volkswagen in Sachsen und ganz Deutschland nachhaltig aufzustellen und die Arbeitsplatzsicherung auszubauen.“
Gläserne Manufaktur in Dresden wird ab 2026 umgebaut
Zur Volkswagen Sachsen GmbH gehören das Fahrzeugwerk Zwickau, das Motorenwerk Chemnitz und die Gläserne Manufaktur Dresden.
Die Gläserne Manufaktur ist allerdings kein Produktionsstandort mehr. Ab Januar 2026 wird sie umgebaut und bleibt als Auslieferungsstandort erhalten. Darüber hinaus ist ein Innovationszentrum für zentrale Technologiefelder, darunter Künstliche Intelligenz, Robotik, Mikroelektronik und Chip-Design geplant. Die Technische Universität (TU) Dresden will künftig fast die Hälfte der Flächen im Werk nutzen. Die 230 Beschäftigten sollen ihren Arbeitsplatz vorerst behalten.
SZ


