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Der Landschaftsmacher

Bernd Knoblich gestaltet seit 25 Jahren den Osten mit: in 4500 Projekten und einem Team, das stetig wächst. Jetzt bewirbt er sich für den Preis „Sachsens Unternehmer des Jahres“.

Lesedauer: 2 Minuten

Bernd Knoblich hat das verfallene Bahnhofsgebäude in Zschortau an der S-Bahn-Strecke zwischen Leipzig und Delitzsch in ein modernes Bürogebäude verwandelt. Als Ein-Mann-Firma 2001 gegründet, beschäftigt er jetzt gut 60 Menschen und bewirbt sich als „Sachsens Unternehmer des Jahres 2026“. Quelle: Bastian Raabe

Sven Heitkamp

Leipzig. Wer durch Mitteldeutschland fährt, kommt unweigerlich an Landschaften vorbei, die eine Handschrift tragen: die von Bernd Knoblich. Mehr als 4500 Projekte haben er und sein Team in den vergangenen 25 Jahren im Osten mitgestaltet, darunter einige Großprojekte: Teilstrecken der ICE-Trasse von Nürnberg nach Berlin, Windparks in der Lausitz, Wasserstoff-Pipelines des Gasriesen VNG, zig Solarparks, Hochwasserschutzprojekte, Strände im Neuseenland wie die Schladitzer Bucht und den Biedermeierstrand, dazu Spielplätze, Schulhöfe und Grünanlagen.

Gegründet 2001 als One-Man-Show, ist „BK Landschaftsarchitekten“ stetig gewachsen. Heute arbeiten 64 Kolleginnen und Kollegen stilecht in liebevoll sanierten Altbauten: in einem alten Forsthaus am Stammsitz in Zschepplin, einer alten Bürgermeistervilla in Erkner bei Berlin und ihrem jüngst umgebauten, denkmalgeschützten Bahnhof Zschortau. Um deren ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, haben alle Standorte Solaranlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und E-Autos. Die Hauptthemen der Teams: Strukturwandel, Energie- und Mobilitätswende, Klimawandel sowie Projekte für Kinder und Jugendliche.

Früher Wunsch nach Selbstständigkeit

Doch warum wächst das Unternehmen so beständig? „Wir bieten ein Rundum-sorglos-Paket – von der Idee über Bauleitplanungen und Genehmigungen bis zur Landschaftsgestaltung“, sagt Knoblich. In seinen Häusern kümmern sich drei Abteilungen um alle Anliegen von der Idee eines Investors bis zur Eröffnung. Dazu gehört auch die Umweltplanung. Jahresumsatz 2025: mehr als sechs Millionen Euro.

Knoblich kennt das Metier aus dem Effeff. Der 55-Jährige, aufgewachsen in Franken, hat in den 1990er-Jahren an der TU Berlin Landschaftsarchitektur und Umweltplanung studiert. Nach dem Abschluss fand er einen Job in einem Planungsbüro in Machern und blieb vier Jahre. Dann verwirklichte er seinen Traum von der Selbstständigkeit. „Der Schritt war von Anfang an geplant“, erzählt Knoblich. Ebenso geplant ist, dass sein Team in kleinen Schritten weiterwächst. „Wir wollen alle neuen Beschäftigten mit Mentoren gut einarbeiten.“

Blick in das Innere des ehemaligen Bahnhofs Zschortau, der jetzt eine moderne Arbeitsatmosphäre bietet.
Blick in das Innere des ehemaligen Bahnhofs Zschortau, der jetzt eine moderne Arbeitsatmosphäre bietet.
Quelle: Bastian Raabe

Dass es dem Team gut geht, steht weit oben auf der Agenda des Unternehmers. „Wir haben mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Projekte ausgesucht, die für sie sinnstiftend sind.“ Die Ausrichtung ist seither klar: lieber Radwege als Autobahnen. Ihre Themen entwickeln die Teams in Strategiebesprechungen weiter. Auch Knoblich und sein Co-Geschäftsführer beteiligen sich und lassen sich coachen.

Die Arbeitszeiten und Arbeitsplätze sind dazu flexibel. Als Benefits gibt es Jobtickets, Jobräder, Zuschüsse zu Kita-Plätzen und zur Altersvorsorge. Zudem unterstützt der einstige Fußballer und Tennisspieler Sportvereine an seinen Standorten: Der SV Zschepplin etwa konnte mit seiner Hilfe eine Halle und einen Kunstrasenplatz bauen.

Wir akquirieren nur durch die Qualität unserer Arbeit. – Bernd Knoblich, Gründer und Geschäftsführer von „BK Landschaftsarchitekten“

Knoblichs Slogan lautet: „Wir gestalten Zukunft.“ Und der Erfolg gibt ihm offenbar recht. „Wir akquirieren nur durch die Qualität unserer Arbeit“, sagt er. Viele Aufträge müssten seine Büros sogar ablehnen – allein aus Kapazitätsgründen.

Nach 25 Jahren Konzentration auf die Aufgaben sei es nun an der Zeit, die Arbeit des Teams durch eine Auszeichnung krönen zu lassen, sagt Knoblich und meint: den sächsischen Unternehmerpreis.

Der Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ ist eine Initiative von Sächsischer Zeitung, Freier Presse, Leipziger Volkszeitung und MDR sowie von Volkswagen Sachsen, Sächsische Lotto GmbH, der Schneider+Partner Beratergruppe, der Gesundheitskasse AOK Plus und „So geht sächsisch“.

SZ

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