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Waggonbau Niesky: Geheimnis um den Investor ist gelüftet

Im Kreis Görlitz ist der Unternehmer aus der Metallbaubranche kein Unbekannter. Beim Neujahrsempfang der Stadt wurde der Name des Käufers erstmals offiziell genannt.

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Die Hallen auf dem Gelände des Waggonbaus Niesky sollen nicht mehr lange leer stehen. Ein regionaler Investor will den Standort wieder nutzen und Arbeitsplätze schaffen. Quelle: André Schulze

Constanze Junghanß

Niesky. Im September des Vorjahres wurde bekannt, dass der Waggonbau Niesky einen neuen Eigentümer hat. Damit verbunden sind große Hoffnungen auf die Wiederbelebung des Traditionsstandortes und die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das machten Landrat Stephan Meyer und Nieskys Oberbürgermeisterin Kathrin Uhlemann am Freitag zum Neujahrsempfang deutlich.

Dabei wurde erstmals auch der Name des Käufers öffentlich genannt. Bislang war zwischen Stadt und Käufer Diskretion vereinbart worden. Käufer ist Tino Frindt, der nach Angaben von Uhlemann Geschäftsführer mehrerer regionaler Unternehmen ist.

Käufer ist beim Neujahrsempfang nicht vor Ort

Bei der öffentlich einsehbaren Firmendatenbank North Data wird Frindt als Geschäftsführer der Gebrüder Frindt GmbH Beiersdorf, der Frindt Verwaltungs GmbH Steinigtwolmsdorf und der Amboss Metallteile GmbH, die 2025 ihren Sitz von Beiersdorf nach Steinigtwolmsdorf verlegte, aufgeführt.

Frindt war beim Neujahrsempfang nicht mit dabei gewesen, ließ an die Gäste der Veranstaltung im Bürgerhaus jedoch „herzliche Grüße“ ausrichten, wie Uhlemann sagte. Meyer betonte: „Ich bin froh, dass Herr Frindt aus dem Landkreis Görlitz sagt, er macht weiter.“ Die Jahre zuvor sei der Waggonbaustandort „zu einem Spekulationsobjekt geworden“.

Ich bin froh, dass Herr Frindt aus dem Landkreis Görlitz sagt, er macht weiter. – Stephan Meyer, Landrat

Der Waggonbau hatte im Mai 2023 Insolvenz angemeldet. Zuletzt waren dort noch etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt. Produziert wurden Güterwaggons. Letzter Eigentümer war der slowakische Güterwagenhersteller Tatravagónka, der den Nieskyer Waggonbau 2018 erworben hatte. Trotz aller Bemühungen der Belegschaft schloss der Waggonbau.

Jetzt also ein Neustart. Wann die Produktion beginnt und was genau hergestellt wird, dazu gab es beim Neujahrsempfang noch keine Informationen. Teile des Areals stehen unter Denkmalschutz. Womöglich geht es auch um den Umgang mit Altlasten. Bei den Genehmigungsverfahren, die notwendig sind, sei der Landkreis bestrebt, so zu unterstützen, dass „schnell alles funktioniert“, wie Meyer sagte. In welchem konkreten Zeitrahmen das passiert, dazu ist derzeit nichts bekannt.

SZ

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