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Was der Wegfall der Gaspreisbremse für Sachsen-Energie-Kunden bedeutet

Weil der Bund die Unterstützung für die Erdgaspreise beendet, fürchten viele, dass die Kosten fürs Heizen explodieren. Sachsen-Energie hat nun dazu eine Entscheidung getroffen.

Lesedauer: 3 Minuten

Man sieht jemanden, der die Heizung anmachen will
Damit das Heizen nicht teurer wird, schraubt Sachsen-Energie an den Preisen. © Marcus Brandt/dpa (Symbolfoto)

Von Andreas Weller

Dresden. Die Bundesregierung hat das Ende der Preisbremsen für Strom und Gas ab dem bevorstehenden Jahreswechsel bereits verkündet. Damit wurde für die Bürger in Zeiten explodierender Kosten der Betrag gedeckelt, der an die Versorger zu zahlen ist. Sachsen-Energie-Boss Frank Brinkmann hat jetzt eine Entscheidung getroffen, wie es mit den Heizpreisen für Kunden in Dresden und Umgebung weitergeht. „Was in Berlin passiert, werden unsere Kunden nicht zu tragen haben“, sagt er.

Wie die Preisbremsen wirkten

Für 80 Prozent des vorhergesagten Jahresverbrauchs wurden12 Cent je Kilowattstunde garantiert, für Strom 40 Cent je Kilowattstunde. Lag der Verbrauch höher, übernahm der Bund die Differenz aus Steuermitteln.

Was Sachsen-Energie plant

Sachsen-Energie mit den Marken Drewag und Enso hatte bereits angekündigt, dass die Kunden, die mit flexiblen Verträgen Gas beziehen, im Januar sogar eine Preissenkung um 1,35 Cent pro Kilowattstunde erhalten. Nun sollen auch andere private Gaskunden und Kleingewerbe profitieren. Der Versorger werde für nahezu alle Erdgas-Privatkunden die bisherige Unterstützungsleistung vom Bund kompensieren, kündigt Brinkmann exklusiv bei Sächsische.de an.

Weshalb Sachsen-Energie die Preise senkt

„Wir tragen Sachsen in unserem Namen und fühlen uns der Region verbunden. Dazu gehört es auch, Verantwortung für die Menschen zu übernehmen“, sagt Brinkmann. „Die Basisversorgung mit Strom und Erdgas soll für jeden Sachsen bezahlbar bleiben, auch wenn die Unterstützungsleistung des Staates wegfällt. Deswegen stellen wir sicher, dass die Versorgung mit Strom und Erdgas für jeden Haushalt erschwinglich bleibt.“

Diese Entlastung sei insbesondere für alle Kunden gedacht, die mit Erdgas heizen und damit mehr als 10.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen. Für sie gebe es so durch den Wegfall der Preisbremse keine zusätzliche finanzielle Belastung.

Wie sich die Preise genau entwickeln

Konkret bedeutet das, dass Kunden, die eine Preisbindung bis März und September 2024 haben, ab Januar 2024 einen Treuebonus von Sachsen-Energie erhalten, damit sinkt der Preis unter 12 Cent pro Kilowattstunde, wie mit der Bremse. „Die Kunden mit festen Preisen haben sich vor einem oder zwei Jahren an uns gebunden und uns damit ihr Vertrauen geschenkt“, so Brinkmann. „Dieses Vertrauen geben wir zurück, indem wir sie jetzt nicht im Regen stehen lassen und schlechter stellen. Kunden, deren Preisbindung noch bis zum 31.03.2024 besteht, erhalten neben dem Treuebonus heute von uns außerdem die Zusage, dass sie zum 1. April 2024 eine Preissenkung erhalten.“

Für Kunden in der Grundversorgung bleibt der Preis ebenfalls unter 12 Cent. „Auch die Kunden in der Grundversorgung können sich über eine Preissenkung unter den Deckel der Preisbremse für Erdgas freuen“, so Brinkmann. Allerdings handelt es sich hier um eine Preissenkung, die sechs Wochen vorab angekündigt werden muss, damit kann sie erst im Februar wirksam werden.

Man sieht den Sachsen-Energie-Chef Frank Brinkmann
Sachsen-Energie-Chef Frank Brinkmann ist froh, trotz des Wegfalls der Gaspreisbremse vom Bund Preissenkungen für viele Kunden des Unternehmens verkünden zu können.
© Christian Juppe

Alle Kunden von Sachsen-Energie, die das betrifft, erhalten demnächst Schreiben mit allen Details dazu. Die Auszahlung oder Verrechnung des Treuebonus erfolge voraussichtlich mit der nächsten Abrechnung.

Wie viel die Kunden sparen können

Die bereits angekündigte Senkung für die Kunden mit flexiblen Erdgas-Kunden greift ab Januar 2024 und bedeutet eine Senkung des Preises um durchschnittlich 1,35 Cent pro Kilowattstunde. Eine Familie mit zwei Kindern verbraucht im Jahr etwa 20.000 Kilowattstunden und spart so etwa 270 Euro.

Für Kunden mit Fix-Produkten beim Erdgas von Sachsen-Energie sinkt der Preis durchschnittlich um 2,14 Cent. Eine durchschnittliche Familie kann so rund 428 Euro sparen.

Wer Erdgas mit einer Preisbindung bis zum 31. März und 30. September 2024 bezieht und damit vertraglich an höhere Preise gebunden ist, wird nachträglich entlastet. Der Treuebonus liegt für diese Kunden zwischen 1,54 und 2,38 Cent pro Kilowattstunde brutto und wird später verrechnet. Wer einen Fix-Vertrag bis zum 31. März hat, erhält ab April eine Preissenkung um 1,71 bis 1,79 Cent pro Kilowattstunde. Für einen vierköpfigen Haushalt mit 20.000 Kilowattstunden wären das etwa 342 Euro im Jahr weniger.

Zwischen 1,44 und 3,11 Cent pro Kilowattstunde wird der Erdgaspreis für Kunden in der Grundversorgung ab Februar 2024 gesenkt. Sie zahlen ab einem Jahresverbrauch von 10.000 Kilowattstunden dann 11,99 Cent pro Kilowattstunde brutto.

Wie Sachsen-Energie den Wegfall der Preisbremse kompensiert

Sachsen-Energie koste diese Entscheidung Millionen, sie sei laut Brinkmann aber zur Kundenbindung gedacht und das Unternehmen rechne erneut mit einem ordentlichen Gewinn für 2023, da auch in diesem Jahr sehr vorausschauend Strom und Gas eingekauft worden sei. Im Jahr davor konnte so trotz Energiekrise ein Rekordgewinn verbucht werden.

Bei den Strompreisen seien derzeit keine Veränderungen geplant. Die Absicht der Bundesregierung, den CO2-Preis beim Tanken und Heizen mit fossilen Energien anzuheben, habe auf die Pläne der Sachsen-Energie zu den Preissenkungen keine Auswirkungen, hieß es auf Nachfrage vom Unternehmen.

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