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2000 Euro für ein Stück Holz: Niederländer sichert sich Sachsens teuersten Stamm

Eine Stieleiche aus Leipzig hat bei der sächsischen Holzversteigerung am Freitag einen Rekordpreis von rund 2000 Euro pro Kubikmeter erzielt. Insgesamt wurden mit edlen Hölzern fast 500.000 Euro eingenommen. Wie kommen die Preise zustande?

Lesedauer: 2 Minuten

Bei der jährlich für ganz Sachsen stattfindenden Holzversteigerung in der Dresdner Heide sind am Freitag 397 hochwertige Stämme von insgesamt 40 sächsischen Betrieben aus dem privaten, kommunalen, kirchlichen und staatlichen Waldbesitz verkauft worden Quelle: Sachsenforst

Tobias Winzer

Dresden. Das Holz einer besonders schön gewachsenen Stieleiche aus dem Landkreis Leipzig könnte künftig edle Möbel in den Niederlanden zieren. Bei der jährlich für ganz Sachsen stattfindenden Holzversteigerung in der Dresdner Heide sind am Freitag 397 hochwertige Stämme von insgesamt 40 sächsischen Betrieben aus dem privaten, kommunalen, kirchlichen und staatlichen Waldbesitz verkauft worden. Fast eine halbe Million Euro wurden damit insgesamt eingenommen.

Den höchsten Holzerlös je Kubikmeter erzielte dieses Jahr eine Stieleiche eines privaten Waldbesitzers aus dem Forstbezirk Leipzig, wie der Staatsbetrieb Sachsenforst mitteilte. Für insgesamt 3.179 Euro erwarb ein Furnierhersteller aus den Niederlanden den 71 Zentimeter starken und vier Meter langen Stamm. Das macht ein Kubikmeterpreis von 2012 Euro. Durchschnittlich wurde auf der diesjährigen Submission ein Erlös von 615 Euro pro Kubikmeter Holz erzielt – 21 Prozent mehr als bei der Versteigerung im vergangenen Jahr.

Warum ist ein Stamm mehr wert als andere?

Warum bestimmte Stämme höhere Preise erzielen als andere, ist nicht immer nachvollziehbar. „Das bleibt oft ein Geheimnis der Holzkäufer“, sagt Sachsenforst-Sprecher Lars Richter. Ein Grund könne die Maserung sein oder dass die Dimension des Stammes gut zu dem konkreten Vorhaben passe.

Dieser Stamm einer Stieleiche erzielte einen Toperlös.
Dieser Stamm einer Stieleiche erzielte einen Toperlös.
Quelle: Sachsenforst

Sachsenforst bietet Plattform vor allem für kleine Waldbesitzer

Bei der Submission − einer Art der Versteigerung − erhält das höchste Gebot nach Auswertung aller Angebote den Zuschlag für einen Stamm. Potenzielle Kunden hatten seit Dezember vergangenen Jahres die Möglichkeit, die angebotenen Stämme in der Dresdner Heide zu begutachten und schriftliche Angebote in verschlossenem Umschlag bis zum 21. Januar einzureichen.

Mit der jährlichen Submission stellt Sachsenforst eine Plattform, um Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer aus Sachsen und Holzhändler aus ganz Deutschland und angrenzenden Ländern zusammenzubringen. Die meisten der insgesamt rund 85.000 Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer in Sachsen nennen aus forstwirtschaftlicher Sicht nur recht kleine Flächen ihr Eigen. Somit fehlt ihnen in der Regel der Marktzugang – also die Möglichkeit, besondere Stämme möglichst vielen Kaufinteressenten zu präsentieren.

Einzelstämme von 17 unterschiedlichen Baumarten

Auf der diesjährigen Submission wurden Einzelstämme von 17 unterschiedlichen Baumarten angeboten – vor allem Stiel- und Traubeneichen sowie Roteichen und Eschen. Der erhöhte Erlös je Kubikmeter ist den Angaben zufolge auf den deutlichen Preisanstieg bei Eichen im Vergleich zum Vorjahr zurückzuführen.

SZ

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