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75 Beschäftigte betroffen: Autozulieferer in Sachsen macht dicht

Das Werk von SMK Plastic Manufacturing in Oberlungwitz schließt Ende Juli. Zwei westdeutsche Standorte machen hingegen weiter. Das Management des US-Mutterkonzerns steht vor Gericht.

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Die Krise der Automobilzulieferer wirkt sich auch in Sachsen aus: Ende Juli schließt das Werk der SMK Plastic Manufacturing-Gruppe in Oberlungwitz (Symbolbild). Quelle: dpa

Ulrich Wolf

Oberlungwitz. Für den sächsischen Standort des zahlungsunfähigen Automobilzulieferers der Plastic Manufacturing Group in Oberlungwitz im Landkreis Zwickau ist das Aus nicht mehr abzuwenden. Den 75 Beschäftigten dort werde zum 31. Juli gekündigt, teilte Insolvenzverwalter Volker Böhm mit. Das Werk werde derzeit auf die „Ausproduktion vorbereitet“, heißt es wörtlich.


Böhm sprach von „schmerzlichen Einschnitten“ für die betroffenen Mitarbeiter. Sie hätten sich in den vergangenen Monaten sehr für den Erhalt eingesetzt. Die Schließung sei jedoch unumgänglich gewesen, da sich für den sächsischen Standort kein Investor gefunden habe. Erhebliche Umsatzrückgänge und der „tiefgreifende Strukturwandel“ in der Branche der Automobilzulieferer hätten zu der Krise geführt.

Für den Standort Oberlungwitz wird nun eine geordnete Ausproduktion eingeleitet. – Volker Böhme, Insolvenzverwalter

Die zwei anderen Standorte der Plastic Manufacturing Group in Westdeutschland seien hingegen ganz und zumindest teilweise gerettet worden. Ein „strategischer Investor“ übernehme die Werke im fränkischen Diepersdorf sowie im sauerländischen Lüdenscheid. Die entsprechenden Verträge seien bereits unterzeichnet, das Kartellamt müsse noch zustimmen. Damit sei „zumindest für einen Teil der Gruppe eine tragfähige Perspektive“ geschaffen und die drohende Stilllegung abgewendet worden.

Betrugsvorwürfe beim US-Mutterkonzern

Allerdings gehe die Übernahme in Franken mit dem Abbau von 300 Stellen einher; es gebe dort einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft. Vor dem Anfang November 2025 gestellten Insolvenzantrag waren in Diepersdorf 535 Menschen beschäftigt. Von den bisher rund 120 Mitarbeitern in Lüdenscheid soll der Großteil hingegen weitermachen.

Die Plastic Manufacturing Group gehörte seit 2024 zum US-Konzern First Brands, der jedoch ebenfalls bankrott ist und sich mit Betrugsvorwürfen konfrontiert sieht. Die Schulden der US-Amerikaner sollen sich auf Milliardenhöhe belaufen, das Management soll die Bilanzen mit Scheinrechnungen aufgebläht und sich selbst bereichert haben.

SZ

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