Zittau. Der Strukturwandel weg von der Braunkohle als Energieträger ist in der Oberlausitz in vollem Gange. Die Hochschule Zittau-Görlitz (HSZG) will Wegbereiter in die Zukunft sein. Sie setzt insbesondere auf noch mehr Wissenschaft und Forschung als künftig hochwertigen Standortfaktor. Eine zentrale Frage, die sich auf diesem Weg stellt: Wie bildet man hochqualifizierte Fachkräfte dafür aus, wie bringt man möglichst viele davon in die Region. Als einen der Bausteine für diese Entwicklung empfängt HSZG-Rektor Prof. Alexander Kratzsch zu einer Strukturwandelkonferenz an der Hochschule.
Die Hochschule betont stets, nicht im Elfenbeinturm zu forschen und zu lehren, sondern direkt für die Menschen und die Unternehmen der Region. „Im Kern auch dieser Konferenz jetzt geht es darum, dass die Töchter, Söhne und Enkel die Region nicht verlassen“, sagt Professor Kratzsch im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung, und: „Die Wirtschaft ist in tiefgreifendem Umbau.“
Eine Alternative zur Kohle seien Wissenschaft und Bildung. „Die Menschen sollen nicht wegziehen, sondern bleiben – und idealerweise sollen noch weitere herkommen“, so Kratzsch. Strahlkraft für die Oberlausitz erhofft sich die Hochschule etwa von der Ansiedlung des südkoreanischen Chipkonzerns TSMC. Der baut gerade eine Riesenfabrik vor den Toren von Dresden. Die Hochschule hat bereits drei spezielle Studiengänge für den Bedarf dieser Industrie geschaffen.
Teilnehmer aus aller Welt
Jetzt rund 200 internationale Wissenschaftler zum sogenannten „DIHK Forum“ in Zittau empfangen zu können, ist für Kratzsch eine besondere Ehre – und ein bedeutender Schritt zum Gelingen des Strukturwandels. „DIHK“ steht für „Deutsches Hochschulkonsortium für Internationale Kooperationen“. Darin haben sich gut drei Dutzend deutsche Hochschulen zusammengetan – und kooperieren mit Forschungseinrichtungen in aller Welt.
Im Kern geht es darum, dass die Töchter und Söhne die Region nicht verlassen – Prof. Alexander Kratzsch, HSZG-Rektor
„Im letzten Jahr hat das DIHK in Indien getagt. Dort wurde einstimmig beschlossen, in diesem Jahr nach Zittau zu kommen“, erklärt Kratzsch. Grund sei, dass sich die internationalen Forscher hier auch über die Ideen der Hochschule, Politik und Wirtschaft der Region zum Strukturwandel informieren wollen. Teilnehmer an der Konferenz sind etwa auch Forscherdelegationen aus China, Indien, Südafrika, Namibia oder Mexiko.
Haupttag der Konferenz ist der Dienstag. Ab 9 Uhr gibt es im Audimax (Haus IV) auf dem Zittauer Campus Vorträge wie „Gekommen, um zu bleiben“ zu den Bleibeabsichten ausländischer Studenten oder „Wirtschaft neu denken – Regionale Strategien im Strukturwandel“. Die Teilnahme ist kostenlos, die Veranstaltung öffentlich zugänglich.
SZ


