Von Annett Kschieschan
Dresden. Ohne Weiterbildung stockt nicht nur der Weg auf der Karriereleiter. Auch wer keine großen Aufstiegsambitionen hat, kommt ohne regelmäßige Schulungen heute nicht mehr gut durchs Arbeitsleben. Das gilt besonders für alle Themen rund um die Digitalisierung, die den Alltag in vielen Berufen bereits jetzt stark verändert hat und das auch weiterhin tun wird. Eine aktuelle Studie des Digitalverbands Bitkom hat ergeben, dass die meisten Unternehmen diese spezifischen Weiterbildungen inzwischen durchaus anbieten – allerdings nur für ausgewählte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nur 14 Prozent der befragten Betriebe schulen demnach alle oder zumindest fast alle Beschäftigten in Sachen Digitalisierung. 66 Prozent wählen aus, wer entsprechend geschult wird. Weitere 13 Prozent sind nach eigenen Angaben gerade dabei, sich in Sachen Weiterbildung neu zu positionieren.
Oft fehlt das Interesse
Eine ausgearbeitete Strategie hat nur jedes zweite der befragten Unternehmen. „Digitale Technologien spielen in allen Branchen und fast allen Berufen eine wichtige Rolle. Die umfassende Weiterbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, etwa zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz, ist eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens“, so die Einschätzung von Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst.
Weiterbildung nützt allerdings nur dort, wo die Möglichkeiten auch entsprechend angenommen werden. So beklagten vier von zehn Unternehmen, dass viele Mitarbeiter nur wenig Lust hätten, sich mit Digitalthemen auseinanderzusetzen. Häufig fehle es an Grundkenntnissen zum Thema. In vielen Betrieben stellt man offenbar fest, dass die meisten Weiterbildungen zu Digitalthemen nicht die erwarteten Ergebnisse liefern. Hier ist also noch viel Luft nach oben – bei Beschäftigten und Unternehmensführung.
„Weiterbildung und Vermittlung von Digitalkompetenzen ist keine Kür, sie ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen der digitalen Transformation in den Unternehmen“, so Wintergerst weiter.


