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Forschung made in Leipzig

Die HTWK Leipzig startet einen einzigartigen Studiengang. Beim BioCity-Campus recherchiert man Standortfaktoren.

Lesedauer: 3 Minuten

Ein Mann steht in einem Labor.
Mit dem neuen Studiengang schöpfe man „das wahre Potenzial von Drucktechnik aus“, sagt Prof. Ingo Reinhold von der HTWK. Foto: Anne Schwerin/HTWK Leipzig

Von Annett Kschieschan

Leipzig. Ob in 2D oder in 3D – in der modernen Fertigung geht nichts ohne die perfekte Drucktechnik. An der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Leipzig startet in diesem Jahr ein deutschlandweit einzigartiger Studiengang, der hier ansetzt. Unter der Bezeichnung „3D-Druck & Funktionale Oberflächen“ sollen in einem ganzheitlichen Technologieansatz „umfassende Kompetenzen in zwei- und dreidimensionalen, additiven Fertigungsverfahren“ vermittelt werden, heißt es in einer Presseinformation der Hochschule. „Mit diesem Studiengang schöpfen wir das wahre Potenzial von Drucktechnik aus. Ob mit analogen oder digitalen Verfahren, ob in 2D oder ganz oft hintereinander in 3D – gedruckte Schichten sind heute eine Schlüsselkomponente vieler Produkte in der industriellen Fertigung. Absolventinnen und Absolventen des Studiengangs verstehen Materialien, können neue Anwendungen entwickeln, die technische Umsetzung im Produktionsprozess realisieren und so die Zukunft der Industrie maßgeblich mitgestalten”, so Prof. Dr. Ingo Reinhold, Studiendekan und Professor für Beschichtungsprozesse.

Intelligente Anwendungen entwickeln
Im Studium werde der gesamte Prozess von der Konstruktion bis zum finalen 3D-Objekt betrachtet. Die Studierenden lernen unter anderem, welche Materialien sich kombinieren lassen und wie 3D-Drucker funktionieren, um völlig neue Funktionssysteme und intelligente Anwendungen für 3D-Druck entwickeln zu können. Das Besondere: Mit dem 3D-Druck lässt sich nahezu alles erschaffen – von „komplexen Mikrostrukturen bis zu Filmkulissen und Raketentriebwerken“. Das ermögliche nicht nur Produkte, „die bisher schwierig oder gar nicht hergestellt werden konnten, es erlaubt auch Individualisierung ohne Mehrkosten und die Funktionalisierung gedruckter Objekte durch die Kombination verschiedener Materialien“, heißt es weiter. Da nur dort Material verwendet wird, wo es wirklich gebraucht wird, reduziert sich der Abfall, verglichen mit klassischen Fertigungsverfahren.
Das Studium wird in sieben Semestern – inklusive eines Praxissemesters – absolviert. Am Ende steht der akademische Grad des Bachelor of Engineering. Bewerbungen für den Studiengang sind bis 15. Juli möglich.
Forschung made in Leipzig – das ist indes nicht nur ein Hochschulthema. Der BioCity-Campus setzt längst eigene Akzente, wenn es um das Thema Wissenschaft und ihr Potenzial für die Standortentwicklung geht.
Die Forschungsgebiete der Life Sciences gehören zu den spannendsten Themen der modernen Wissenschaft. Hinter dem Begriff der „Lebens-Wissenschaften“ steht die interdisziplinäre Verbindung von Biologie, Chemie, Medizin und Technik. Leipzig hat sich zu einem der Zentren für die Life Sciences in Deutschland und Europa entwickelt. Der BioCity-Campus bietet mit über 100.000 Quadratmetern hochmoderner Labor- und Büroflächen schon jetzt mehr als 50 Unternehmen mit über 4.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern optimale Bedingungen. Tendenz steigend. Aber wie viele Fachkräfte wird die Branche in Leipzig mittelfristig benötigen? Welche Qualifikationen sind besonders gefragt? Und wie begeistert man den wissenschaftlichen Nachwuchs für die Arbeit vor Ort? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer aktuellen Studie. Lisa, die Leipzig Initial Study for Skills & Work in Life Sciences, läuft noch in diesem Monat und wird danach ausgewertet. Unternehmen, Ausbildungsanbieter und weitere Akteure waren eingeladen, ihre Erfahrungen und Erwartungen im Rahmen von Interviews einzubringen.
Ziel sei es, „Ausbildung, Kooperationen und Standortentwicklung nachhaltig zu stärken“, heißt es aus der leap:up GmbH, die die Studie – und hier schließt sich der Kreis – in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig und unterstützt von der Wirtschaftsförderung der Stadt sowie der Leipziger Fachkräfteallianz umsetzt.

Milliardendeal geht nach Sachsen
Die Stadt selbst bekennt sich mit der Marke „Leipzig for Lifechangers“ zu den Lebenswissenschaften. Eine eng vernetzte Forschungslandschaft, in die auch die Fraunhofer-, Helmholtz- und Max-Planck-Institute eingebunden sind, stärkt den Standort.
In ganz Sachsen arbeiten rund 15.500 Menschen in den Life Sciences. Die Branche erwirtschaftete zuletzt rund 1,9 Milliarden Euro. Neben Leipzig ist Dresden der wichtigste Biotech-Standort im Freistaat. Hier sorgte zuletzt ein Milliarden-Deal für Schlagzeilen: Der internationale Pharmakonzern Eli Lilly hat einen Kooperationsvertrag mit dem Dresdner Biotechnologie-Unternehmen Seamless Therapeutics geschlossen. Das Start-up ist ursprünglich aus der TU Dresden hervorgegangen.

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