Görlitz. In Sachsen ist erneut ein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bestätigt worden. Am 31. März 2026 wurde das Virus bei einem verendeten Wildschwein in den Königshainer Bergen im Landkreis Görlitz nachgewiesen. Dort wurde ein toter Wildschwein-Eber von höchstens zwei Jahren entdeckt, wie das Sozialministerium am Donnerstag mitteilte.
Bereits am Mittwochabend hatte die Sächsische Zeitung von dem verdächtigen Fall in Thiemendorf, einem Ortsteil von Waldhufen, berichtet. Laut Angaben von Landrat Stephan Meyer, handelte es sich zunächst um einen Verdacht, dass das Tier von der Schweinepest befallen ist.
Das nationale Referenzlabor für Tierseuchen am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bestätigte nun den Befund der Landesuntersuchungsanstalt Sachsen. Es werde geprüft, ob es sich um einen Neueintrag handelt, hieß es.
Neuer Schweinepest-Fall: Sofortmaßnahmen im Landkreis Görlitz
Der Fund hat den Freistaat Sachsen zu ersten Sofortmaßnahmen bewegt: Mit Drohnen und Kadersuchhunden wird in der Umgebung jetzt nach weiteren befallenen Tieren gesucht. Der Rückbau der Zäune wurde im Umkreis von zehn Kilometern um den Fundort im Landkreis Görlitz gestoppt. Außerdem prüft der Freistaat, ob und in welchem Radius neue Zäune errichtet werden müssen.
Dabei waren die Sperrzonen an der Neiße erst kürzlich entfallen. Am 5. Februar dieses Jahres hat Sozialministerin Petra Köpping (SPD) noch mit Zuversicht verkündet, dass es zu diesem Zeitpunkt seit genau einem Jahr in Sachsen kein Schweinepestfall mehr registriert wurde. Die Seuche galt somit eigentlich als „erfolgreich getilgt“.
Köpping: „Der erneute Fall trifft uns hart, aber nicht unvorbereitet“
Sozialministerin Petra Köpping erklärte, der erneute Fall treffe Sachsen zwar hart, jedoch nicht unvorbereitet. Die Zusammenarbeit mit Veterinärbehörden, Jägern und Landwirten habe sich in den vergangenen Jahren bewährt und solle nun erneut eine Ausbreitung verhindern.
Der erste Schweinepestfall im Landkreis Görlitz und auch sachsenweit trat im Oktober 2020 auf. In Krauschwitz wurde damals ein infiziertes Wildschwein entdeckt.
Es folgten in den vergangenen Jahren knapp 1500 weitere Fälle im Kreis Görlitz. Die ASP war über Jahre ein bestimmendes Thema. 2024 entspannte sich die Lage. Im Herbst und Winter 2025, nachdem über Monate kein weiterer Fall in der Region mehr aufgetreten war, konnten die ASP-Schutzmaßnahmen in Ostsachsen weitgehend aufgehoben werden.
SZ


