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Analyse: Dresden ist bester Wirtschaftsstandort im Osten

Dresden und Leipzig gehören zu den gefragtesten Standorten der deutschen Wirtschaft. Kleinere sächsische Städte hingegen spielen kaum eine Rolle. Die Daten des Rankings im Überblick.

Lesedauer: 2 Minuten

Benjamin Woop und Ulrich Wolf

Dresden. Dresden ist einer der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in Deutschland. Unter den rund 400 führenden Städten landete Sachsens Landeshauptstadt im neuen Ranking des Netzwerks Die Deutsche Wirtschaft (DDW) als beste ostdeutsche Kommune auf Rang 23. Dauerrivale Leipzig rutschte in dem Ranking um vier Plätze ab und landete auf Position 35. Unter die Top 100 schafften es aus dem Osten nur noch Jena (Rang 85, plus 17 Plätze), Chemnitz (88, ohne Veränderung), Rostock (92, minus 8) und Magdeburg (93, minus 8).

Erfurt kletterte um 19 Plätze auf Rang 119. Dahinter folgen Potsdam (124, minus 1) und Halle (159, plus 3). Gera machte den größten Sprung mit einem Plus von 24 Plätzen auf Rang 291. Größter Absteiger ist Schwerin. Die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern verlor 66 Plätze und landete nur noch auf Rang 326. Lutherstadt Wittenberg tummelt sich auf Rang 299 (minus 14), Zwickau auf Rang 307 (minus 21), Bitterfeld-Wolfen auf Nummer 359 (minus 23). Wernigerode steht auf Position 364 (minus 19) und Leuna auf Platz 370 (plus 13).

Kleinstädte landen „unter ferner liefen“

Andere sächsische Kommunen tauchen in dem 400er-Ranking nicht auf. Freiberg findet sich auf Platz 405 wieder. Bautzen ist Nummer 421. Radebeul steht auf Rang 429. Eine Auswahl weiterer Platzierungen: Schkeuditz (558), Görlitz (581), Plauen (633), Eilenburg (657), Radeberg (698), Döbeln (841), Meißen (1000), Kamenz (1037), Zittau (1038), Riesa (1123), Oschatz (1130), Pirna (1264), Torgau (1695), Delitzsch (2075), Großenhain (2213).

Die gute Platzierung Dresdens ergibt sich laut DDW unter anderem aus der Tatsache, dass 130 sogenannte Top-Unternehmen dort ihren Sitz hätten. Im bundesweiten Vergleich sei das Platz elf.

Top-Unternehmen und „Hidden Champions“

Insgesamt erwirtschafteten diese Dresdner Firmen mehr als 6,5 Milliarden Euro Umsatz und beschäftigten rund 31.000 Menschen. Nicht nur traditionsreiche Betriebe, sondern auch moderne Handels- und Digitalfirmen prägten die Unternehmenslandschaft, heißt es.

Größter Arbeitgeber ist demnach der Halbleiterhersteller Globalfoundries mit 2600 Beschäftigten. Den höchsten vor Ort generierten Umsatz weist der Technologiehändler Cyberport SE auf, mit Erlösen von geschätzten 533 Millionen Euro und 640 Mitarbeitern.

Vier Dresdner Unternehmen werden vom DDW als Weltmarktführer geführt, darunter der Verpackungsmaschinen-Hersteller Theegarten-Pactec. Neben den Konzernen lobt das DDW auch den stark vertretenen Mittelstand.

43 dieser Firmen bezeichnete das Netzwerk als „bedeutend“. 18 dieser Unternehmen gehörten zu Trend- und Zukunftsbranchen, die zum Beispiel Prozesse digitalisieren oder hochwertige Technologien herstellten.

Sieben Mittelständler bezeichnet das DDW als „Hidden Champions“. Dieser Begriff beschreibt Unternehmen, die in einer Nische zu den weltweit führenden Anbietern zählen, aber außerhalb der Branche wenig bekannt sind.

Die Standortqualität Dresdens bewerten die Macher des Rankings im Durchschnitt mit der Note 1,88. Das ist nicht weit entfernt von der besten Gesamtnote: 1,57 bekommt das württembergische Reutlingen im Durchschnitt.

Schwache Noten für die Verwaltung

Die Gesamtbewertung fasst verschiedene Kategorien zusammen: Infrastruktur, Flächenangebot, Arbeitsmarkt, Wirtschaftsnetzwerk, Wirtschaftsförderung, Verwaltung und Lebensqualität. In Dresden schneidet die Verwaltung vergleichsweise schwach ab: Sie erhielt mit 2,4 die schlechteste Einzelbewertung der Kategorien. Bei der Infrastruktur erhielt Dresden trotz eingestürzter Carolabrücke eine 1,3.

Das Ranking zeigt Dresdens wirtschaftliche Basis: etablierte Industrie, leistungsfähiger Mittelstand, internationale Eigentümerstruktur und ein Anteil an Zukunftsbranchen. Die Nutzer, die Dresden mit Schulnoten bewertet haben, sehen dennoch in einigen Bereichen noch Luft nach oben: bei Verwaltungsabläufen und dem Arbeitsmarkt.

Angeführt wird das Gesamtranking von München, Hamburg und Berlin.

SZ

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