Dresden. Die frühere SPD-Bundestagsabgeordnete Daniela Kolbe ist neue Vorsitzende des DGB Sachsen. Die 45-jährige Diplom-Physikerin löst Markus Schlimbach ab, der nach acht Jahren an der Spitze des Gewerkschafts-Dachverbandes nicht erneut kandidiert hat. Bei der Bezirkskonferenz in Dresden am Samstag stimmten 96,8 Prozent der Delegierten für Kolbe, wie der DGB mitteilte.
Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen könnten nur mit und nicht gegen die Beschäftigten gelöst werden, mahnte sie. „Die absurden Forderungen von Teilen der Politik und der Wirtschaft zur Verlängerung der Arbeitszeit und Kürzungen bei der sozialen Sicherheit zeugen von Ideenlosigkeit und wenig Weitblick. Das sind Vorschläge aus der Mottenkiste.“
Kolbe war zuvor stellvertretende Vorsitzende des DGB. Als neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Ralf Hron mit 82,6 Prozent gewählt. Die Ordentlichen Bezirkskonferenzen finden alle vier Jahre, spätestens drei Monate vor dem jeweiligen Bundeskongress statt. Sie bestehen aus 100 Delegierten der acht DGB-Gewerkschaften.
Zu den Mitgliedsgewerkschaften gehören unter anderem die IG Metall, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW und Verdi. Insgesamt sind rund 250.000 Mitglieder im DGB Sachsen organisiert.
Kolbe ist im ostthüringischen Schleiz geboren und hat in Leipzig Physik studiert. Sie war mehrere Jahre Generalsekretärin der SPD Sachsen und von 2009 bis 2021 Abgeordnete im Bundestag.
SZ


