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Energieversorger Envia-M macht Stromnetz fit für die Energiewende

Die Envia-M-Gruppe steigert Investitionen und sucht 500 zusätzliche Fachkräfte. Probleme bereiten die schleppende Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.
Lesedauer: 2 Minuten
Mann steht im Anzug am Geländer.
Dr. Stephan Lowis, Vorstandsvorsitzender der Envia-M-Gruppe will die Investitionen in den Netzausbau kräftig steigern. Foto: Envia-M AG © Envia-M AG

    Von Nora Miethke

    Die Envia-M-Gruppe sieht sich laut ihrem Vorstandschef Stephan Lowis als die „gestaltende Kraft“ in Ostdeutschland, wenn es um die Energiewende geht. Die Unternehmensgruppe will den Ausbau der Infrastruktur beschleunigen. Dazu sollen allein in diesem Jahr rund 359 Millionen Euro in den Netzausbau und die Einstellung neuer Beschäftigter investiert werden, zehn Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Das kündigte Lowis am Dienstag bei der Vorlage der Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2023 an. Bis 2028 sollen sogar rund drei Milliarden Euro vor allem in Stromnetze und erneuerbare Energien fließen – ein neuer Rekord in der Unternehmensgeschichte.

    Die Basis für diese Investitionen sei geschäftliches Wachstum, denn Envia-M stemmt das nach Angaben von Lowis zu hundert Prozent aus eigener Kraft. Der Vorstandsvorsitzende zeigte sich mit dem Ergebnis für 2023 sehr zufrieden. Der Gewinn nach Steuern und Abgaben stieg um fast 120 Millionen Euro auf insgesamt 453,5 Millionen Euro. Als wesentliche Gründe nannte Lowis den Boom bei den Netzanschlüssen und die Stabilisierung der Großhandelspreise. Envia-M hat allein im vergangenen Jahr 30 000 Anlagen angeschlossen – vom kleinen Balkonkraftwerk bis zum großen Windpark.

    Dieses starke Wachstum erfordert auch neue Monteure, Ingenieure und Planer. Im vergangenen Jahr stieg die Beschäftigung auf 3775 Mitarbeitende. 178 neue Stellen konnten besetzt werden, zehn Prozent weniger als eigentlich geplant waren. Auch in diesem Jahr wird ein Bedarf an 500 zusätzlichen Fachkräften gesehen. Doch ihn zu decken, wird schwieriger. Also hat Envia-M eine Fachkräfteinitiative gestartet, um die Sichtbarkeit des Unternehmens in der Region zu erhöhen. „Wir sprechen auch aktiv Frauen für technische Berufe an“, betonte Sigrid Nagl, Vorständin für Personal und IT. Bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte sei man auf die politische Unterstützung angewiesen. „Wir merken, dass wir da ins Hintertreffen geraten“, so Nagl.

    Auf Nachfrage erklärt die Personalchefin, dass ein Problem die Anerkennung von Berufsabschlüssen ist. „Andere Länder sind schneller und nicht so strikt in der Ablehnung wie Sachsen„, sagt Nagl. Ausländische Bewerber würden deshalb zur Anerkennung ihrer Qualifikation in andere Länder wechseln und „sie kehren meist nicht zurück“. Nagl fordert deshalb eine bundesweit einheitliche Vorgehensweise.

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