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Frostschäden bei Winzern und Obstbauern: Minister nennt Details zu Hilfen

Nach den Nachtfrösten im April stehen Obst- und Weinbauern vor einem Millionenschaden. Sachsen will den Landwirten helfen.
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Ein Mann steht auf einem Weingut.
Nach den massiven Frostschäden bei Sachsens Obst- und Weinbauern hat Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) weitere Details zu Hilfszahlungen für die betroffenen Landwirte genannt. © dpa

Von Tobias Winzer

Nach den massiven Frostschäden bei Sachsens Obst- und Weinbauern hat Sachsens Landwirtschaftsminister Wolfram Günther (Grüne) weitere Details zu Hilfszahlungen für die betroffenen Landwirte genannt. Sein Ministerium prüfe gemeinsam mit anderen Ressorts die infrage kommenden Unterstützungsmöglichkeiten. „Dazu streben wir in den kommenden Wochen eine Entscheidung des Kabinetts an“, heißt es in einer Mitteilung, die nach der Kabinettssitzung am Dienstag versendet wurde.

Parallel stimme man sich mit anderen betroffenen Bundesländern über die dort erwarteten Schäden und etwaige Hilfsprogramme der Länder ab. „Ein entsprechender Überblick könnte Grundlage für Unterstützungsforderungen gegenüber dem Bund sein.“

Konkrete Zahlen über die Schadenshöhe nannte Günther nicht. Der wirtschaftliche Schaden durch den Frost könne noch nicht beziffert werden, heißt es. Sachsens Weinbauern hatten nach den Frostnächten im April von einem Schaden von 15 Millionen Euro gesprochen, die Obstbauern hatten die Schadenssumme allein bei Steinobst insgesamt auf 50 bis 70 Millionen Euro geschätzt. Günther sprach am Dienstag von „riesigen“ Ausfällen. „Das ist eine katastrophale Situation für die Betriebe. Klar ist aber auch, dass wir an der Seite der Betroffenen stehen. Wein- und Obstbau gehören nach Sachsen. Sie bringen Lohn und Brot, sie prägen Kulturlandschaften, sie stehen für Regionalität. „

Minustemperaturen treffen auf fortgeschrittene Vegetation

In der Nacht zum 23. April traten in den sächsischen Obst- und Weinbaugebieten flächendeckende und mehrstündige Spätfröste mit Temperaturen bis zu -7 Grad Celsius in Bodennähe auf.

Diese niedrigen Temperaturen hätten auch bei durchschnittlich entwickelter Vegetation zu deutlichen Schäden geführt. Vor allem aber trafen sie im April auf eine extrem weit fortgeschrittene Vegetation. Beispielsweise begann die Apfelblüte in Dresden-Pillnitz so früh wie noch nie seit Beginn der Datenerfassung.

Während geschlossene Blütenknospen, je nach Entwicklungszustand, gegen Frost relativ gut geschützt sind, führen bei geöffneten Blüten und jungen Früchten bereits geringe Minustemperaturen zu Schädigungen. Gleiches gilt für die jungen Austriebe des Weines.

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