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Galeria könnte bald zum Verkauf gestellt werden

Nach der Insolvenz der Signa-Holding will eine Tochtergesellschaft seine Beteiligungen an Investoren verkaufen. Dazu zählen verschiedene Handelsunternehmen - auch die Warenhauskette Galeria.

Lesedauer: 2 Minuten

Man sieht den Logo des Galeria Kaufhofes
Wie geht im mit Galeria Karstadt Kaufhof weiter? Nach der Signa-Insolvenz ist die Zukunft des Warenhauskonzerns ungewisser denn je. © kairospress

Essen. Nach der Insolvenz der Signa-Holding könnte die Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof schon bald zum Verkauf gestellt werden. Dies ist die Konsequenz aus einem Antrag auf Gläubigerschutz der Schweizer Tochtergesellschaft Signa Retail Selection AG, zu der Galeria gehört. Diese sogenannte Nachlassstundung wurde bei Gericht beantragt, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit. Ziel sei, die Gesellschaft abzukoppeln und geordnet zu liquidieren, zitierte das Unternehmen seinen Verwaltungsratspräsidenten Christian Wenger.

Das Geschäft solle unabhängig von den Insolvenzen der restlichen Signa-Gruppe geordnet und transparent abgewickelt werden. Das operative Geschäft der Warenhäuser werde durch das Gläubigerschutzverfahren nicht tangiert, heißt es in der Mitteilung, aus der das „Handelsblatt“ zitierte. Ein Galeria-Sprecher äußerte sich am Donnerstagmorgen nicht über einen möglichen Verkauf der Warenhauskette.

Die Signa Holding GmbH des österreichischen Immobilien- und Handelsunternehmers René Benko hatte am Mittwoch ein Insolvenzverfahren angekündigt. Die Holding beantragte nach eigenen Angaben beim Handelsgericht Wien die Eröffnung eines Sanierungsverfahrens in Eigenverwaltung. Am Donnerstag wird die Bekanntgabe eines Insolvenzverwalters erwartet. Signa besteht aus einem komplexen Firmengeflecht mit Hunderten Einzelfirmen. Dazu zählt auch Galeria Karstadt Kaufhof.

Der Handelsverband Deutschland (HDE) beobachtet die Entwicklungen rund um die Signa-Insolvenz und mögliche Auswirkungen auf Galeria mit Sorge. „Kauf- und Warenhäuser sind vielerorts zentrale Anlaufpunkte in den Innenstädten. Viele Kundinnen und Kunden kommen ihretwegen in die Stadtzentren. Davon profitieren in der Folge auch die benachbarten Geschäfte und Unternehmen anderer Branchen“, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das Format Kauf- und Warenhaus habe in der Handelslandschaft nach wie vor seinen Platz.

Bedeutung von Kaufhäusern geht zurück

Die Bedeutung von Warenhäusern ist deutlich zurückgegangen. Laut der Handelsberatung BBE hatten Warenhäuser in Deutschland in den 70er Jahren einen Marktanteil von 13,5 Prozent am Handelsvolumen. Inzwischen ist dieser auf 1,5 Prozent gesunken.

Der Berliner KaDeWe-Chef sieht die Insolvenz der Signa-Holding für das eigene Geschäft derweil gelassen. „Wir sind sehr sicher aufgestellt“, sagte der Geschäftsführer der KaDeWe Group, Michael Peterseim, dem „Tagesspiegel„. Die Schwierigkeiten des Konzerns hätten auf das Luxuskaufhaus im Berliner Westen keine Auswirkungen. „Das können wir klar ausschließen“. Die Signa-Holding ist nur als Minderheitsgesellschafter am KadeWe beteiligt. Hauptgesellschafter ist der thailändische Handelskonzern Central Group.

Der Deutsche Städtetag forderte nach dem Insolvenzantrag der Signa-Holding eine Beteiligung auch der Städte. „Sollte die Insolvenz der Signa Holding Auswirkungen auf Standorte von Galeria Karstadt Kaufhof haben, müssen die betroffenen Städte aktiv in die Gespräche zwischen Gläubigern und Eigentümern, Anteilseignern und Insolvenzverwaltern einbezogen werden“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städtetages, Helmut Dedy, den Zeitungen der Funke-Gruppe.

Darüber hinaus forderte er für Städte Möglichkeiten, sich bei Pleiten betroffene Gebäude zu sichern. „Perspektivisch sollte das Insolvenzrecht so geändert werden, dass die Städte potenziell Zugriff auf zentrale Immobilien bei Insolvenzen bekommen. Dafür müssen aber auch die Eigentümerstrukturen transparent sein.“ (dpa)

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