Großschönau. Die Insolvenzgläubiger haben den Plänen zur Rettung des Großschönauer Unternehmens Damino zugestimmt. In der kürzlich anberaumten Gläubigerversammlung haben diese beschlossen, den Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens der deutschen Textilindustrie mit künftig rund 70 Mitarbeitenden fortzuführen. Das teilt das Unternehmen mit. Zuvor habe die eigenverwaltende Geschäftsführung dargelegt, dass die weiteren Sanierungsschritte durchfinanziert sind. Heißt: Es geht erstmal weiter im Unternehmen – und es hat aller Voraussicht nach eine Zukunft.
„Damit ist der Weg frei für einen Insolvenzplan der Damino GmbH, über den die Gläubiger im ersten Quartal 2026 abstimmen wollen“, fasst Damino-Geschäftsführer Sandro Strack die Beschlüsse der Gläubigerversammlung zusammen. „Das Eigenverwaltungsverfahren kann also im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden.“
Sachwalter sieht „Rückenwind für Damino“
Im September hatte das Amtsgericht Dresden das Insolvenzverfahren über das Vermögen des Großschönauer Unternehmens Damino eröffnet und Eigenverwaltung angeordnet. Die neu eingesetzte Geschäftsführung leitete sofort Schritte zur Gesundung des Textil-Traditionsbetriebs ein: Die energie- und kapitalintensive Textilveredelung solle aufgegeben werden. 30 der zuvor 100 Mitarbeiter müssen gehen. Doch seitdem schwebte ein Damoklesschwert über Damino. Die Insolvenzgläubiger mussten diesen Plänen zur Rettung des Unternehmens zustimmen.
Das nun angestrebte „Insolvenzplanverfahren“ ist gesetzlich nur zulässig, wenn am Ende die Gläubiger besser gestellt werden, als wenn man das Unternehmen liquidieren würde. Über den Berg ist Damino noch nicht.
„Ein unverändert volatiles wirtschaftliches Umfeld, geopolitische Unsicherheiten und technologische Umbrüche waren und sind die wesentlichen Themenfelder in unseren Gesprächen und Verhandlungen über die jeweiligen Sanierungsbeiträge von Verfahrensbeteiligten“, erklärt Sanierungsfachmann und Geschäftsführer Dirk Eichelbaum. „Die Ergebnisse dieser Gespräche können wir nun abschließend aufeinander abstimmen und über den Jahreswechsel zu einem Insolvenzplan zusammenfassen“.
Der vom Gericht bestellte Sachwalter Rüdiger Bauch kommentiert das Ergebnis der Gläubigerversammlung als „Rückenwind für die neue Chance, die die Gläubiger der Damino eingeräumt haben“.
SZ


