Chemnitz. Eines der Vorzeigeunternehmen in Sachsen, die Chemnitzer Firma Staffbase, streicht Dutzende Stellen. 22 Prozent der 800 Arbeitsplätze weltweit sollen wegfallen. Damit schrumpft das 2014 gegründete Unternehmen deutlich. Zunächst hatte die Freie Presse über die Entlassungen berichtet. Staffbase bestätigte den Bericht am Freitag.
Staffbase war nach der Gründung in Chemnitz rasant gewachsen und war Ende 2022 nach Angaben des Wirtschaftsmagazins Capital bereits gut eine Milliarde Euro wert. Damit erhielt das ehemalige Start-up als erstes Unternehmen in Ostdeutschland das inoffizielle Prädikat „Unicorn“, also „Einhorn“.
25 Arbeitsplätze in Chemnitz fallen weg
Staffbase ist Anbieter einer digitalen Plattform und App für die Mitarbeiterkommunikation. Es gibt neben dem Firmenhauptsitz im Chemnitzer Wirkbau unter anderem Standorte in Australien, Finnland, Großbritannien, Kanada, den Niederlanden, Rumänien und den USA. Zu den Kunden gehören unter anderem Adidas, Audi, DHL, Ikea und Volvo.
„Die Veränderungen betreffen alle Abteilungen und alle Märkte“, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Am Hauptsitz in Chemnitz fallen 25 der zuletzt 186 Arbeitsplätze weg. Der Entwicklungsstandort Prag soll komplett geschlossen werden. „Betroffene Kolleginnen und Kollegen werden individuell und entsprechend der jeweiligen landesspezifischen Regelungen unterstützt“, so die Sprecherin.
Geschäftsführer fordert mehr Effizienz
Staffbase begründet den Stellenabbau unter anderem mit dem Vormarsch der Künstlichen Intelligenz. „Um in diesem dynamischen Umfeld weiterhin eine führende Rolle einzunehmen, richtet sich Staffbase strategisch neu aus: mit einem klareren Fokus, gezielten Investitionen in die Produktbereiche mit dem größten Kundennutzen sowie einer Organisation, die der heutigen Marktdynamik und den Erwartungen unserer Kunden gerecht wird.“
Das Unternehmen solle nachhaltig wachsen und seine Position als Produktführer weiter ausbauen.
Wie die Freie Presse berichtet, führte Geschäftsführer Martin Böhringer gegenüber den Mitarbeitern auch das Wachstum der vergangenen Jahre an. Dadurch seien zu viele Ebenen entstanden und die Komplexität zu groß geworden. Das sorge für Distanzen zwischen Entscheidungen und Arbeit. Die KI fordere von Unternehmen der Software-Branche, in ihren Strukturen effizienter zu werden.
Es ist nicht der erste Stellenabbau bei Staffbase. Im Juni 2023 hatte sich Staffbase bereits von 90 Beschäftigten getrennt. Ende 2025 hatte sich Staffbase außerdem von seinem Büro im ehemaligen Café Prag in der Dresdner Innenstadt getrennt. Weil viele Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten, wurden die Räume nicht mehr benötigt.
SZ


