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IG Metall: Nieskyer Waggonbauer schreiben Brandbrief an Habeck

Berlin muss sich zur Güterwagenproduktion bekennen, fordern die Nieskyer Waggonbauer. Die Linken sehen Selbstverwaltung als einen Lösungsansatz für das Werk.

Lesedauer: 2 Minuten

Mitarbeiter der IG Metall streiken vor den Toren der Firma mit Flaggen.
Auch an diesem Dienstag ziehen Waggonbauer in Niesky wieder zur Mahnwache vors Werktor. Es ist bereits die 18. Das Foto entstand bei der 12. Mahnwache.

An diesem Dienstag ziehen sie wieder vor das Werktor – Nieskyer Waggonbauer, die in großer Sorge um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze sind, um die Zukunft des Nieskyer Werks, welches zum böhmischen Waggonbauproduzenten Tatravagonka gehört. Ein Brief wird dabei eine besondere Rolle spielen. Am vergangenen Freitag hat das Waggonbau-Zukunftsteam einen Brandbrief an das Bundeswirtschaftsministerium und das Bundesverkehrsministerium geschickt. Darin haben sie – eine Gruppe aus Beschäftigten und Betriebsrat des Waggonbau Niesky sowie Gewerkschaftern der IG Metall Ostsachsen – zwei zentrale Punkte aufgegriffen. Zum einen fordern die Beschäftigten mit dem Brief die politisch Verantwortlichen in Berlin auf, sie aktiv bei einer Lösung für den Standorterhalt in Niesky zu unterstützen. Und es geht auch um die Frage, ob die Regierungsparteien sich zur Produktion von Güterwagen in Deutschland bekennen. Eileen Müller von der IG Metall sagt dazu: „Wir hoffen auf die Unterstützung der Bundespolitik. Wer die Verkehrswende will, kann auf den letzten Güterwagenhersteller in Deutschland nicht verzichten“.

Seit 2022 fordern die Beschäftigten den Eigentümer des Waggonbau Niesky, Alexej Beljajev, zu Gesprächen auf. Auch mehrere Schreiben der Landesregierung blieben bisher ohne konkreten Gesprächstermin. Bereits im September 2022 hatte sich ein Zukunftsteam aus Wissensträgern des Standorts gebildet. Gemeinsam haben sie ein Programm an Sofortmaßnahmen erarbeitet, das dem Eigner und der sächsischen Landesregierung zugeschickt wurde.

Um die Zukunft des Nieskyer Waggonbaus sorgen sich auch die sächsischen Linken. In den vergangenen Jahren hätten Arbeiter in verschiedenen Ländern Betriebe besetzt und dafür gekämpft, sie in Selbstverwaltung weiterzuführen. Ob das auch eine Perspektive für Niesky sei? Und unter welchen Bedingungen könne solch eine Transformation gelingen? Das fragt der Görlitzer Linken-Abgeordnete Mirko Schultze. Gemeinsam mit seiner Landtagskollegin Antonia Mertsching und dem promovierten Soziologen und Politikwissenschaftler Dario Azzellini sollen diese Fragen diskutiert werden, kündigt der Linken-Politiker an. Dazu gibt es in der kommenden Woche eine Veranstaltung in Niesky. Am 22. März um 17 startet die Diskussionsrunde im Jugendzentrum Holz an der Nieskyer Gartenstraße 16. Dario Azzellini wird live aus den USA dazugeschaltet. (SZ)

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