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Insolventer Unternehmerpreisträger Scanacs aus Dresden findet Investoren

Die Dresdner Firma Scanacs ist auf Digitalisierung zwischen Apotheken und Krankenkassen spezialisiert. Ihrer Pleite folgt nun ein Neustart. Ihr Gründer setzt auf das E-Rezept.

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Man sieht den Gründer von Scanacs
Scanacs-Gründer musste nach seinem Insolvenzantrag schwierige Monate überstehen. Jetzt hat er neue Partner und Geldgeber gefunden. © PR/Scanacs

Von Ulrich Wolf

Dresden/Leipzig. Der insolvente Gesundheitssoftware-Anbieter Scanacs mit Sitz in Dresden hat neue Geldgeber gefunden. Das Unternehmen teilte mit, man habe sich zu Monatsbeginn neu aufgestellt. Der Geschäftsbetrieb gehe fortan auf zwei neue Gesellschafter sowie auf Unternehmensgründer Frank Böhme über. Alle rund 30 Mitarbeiter würden übernommen.

Die mehrfach prämierte Firma, die unter anderem 2020 den Sonderpreis „Sachsen gründet“ im Wettbewerb „Sachsens Unternehmer des Jahres“ gewann, hat sich seit der Gründung im Jahr 2016 auf die digitale Kommunikation zwischen Apotheken und Krankenkassen spezialisiert. Ende vorigen Sommers war dann jedoch einer der größten Kapitalgeber abgesprungen, Scanacs hatte allein 2021 gut zwei Millionen Verlust eingefahren. Im November 2023 stellte Böhme einen Insolvenzantrag.

Mit dem seit Jahresbeginn verbindlichen E-Rezept hofft das Softwarehaus auf neuen Schwung. Wohl auch deshalb stieg die in Leipzig ansässige, 500 Apotheken umfassende Kooperation Elysée Apotheken Consulting GmbH (Elac) bei den Dresdnern ein. Elac-Chef Uwe Berlekamp sprach von einer „strategisch richtigen“ Beteiligung. Man unterstütze damit „den Weg der direkten Rezeptabrechnung zwischen Apotheke und Krankenkasse“.

Probleme nach Ausstieg eines früheren Investors

Ein weiterer Investor ist das Softwarehaus Pro Medisoft AG aus Mannheim. Dort hieß es, man wolle mit dem Einstieg bei Scanacs die digitale Direktabrechnung vorantreiben. Gründer Böhme selbst bleibt – wie schon vor dem Insolvenzantrag – weiterhin Gesellschafter. Er sagte, der starke Anstieg der direkt abgerechneten E-Rezepte sowie die Treue von Kunden und Partner hätten ihn bestärkt, „für den Fortbestand der Scanacs-Plattform zu kämpfen“.

Die Löhne und Gehälter bei Scanacs waren in den vergangenen drei Monaten über das Insolvenzgeld bezahlt worden. Nach Informationen des Fachblatts Pharmazeutische Zeitung war von den früheren Investoren unter anderem die Compu-Group Medical Deutschland AG abgesprungen. Die hatte noch Anfang Oktober gut 19 Prozent an Scanacs gehalten.

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