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Kaufkraft-Ranking: Landkreise deutlich vor Großstädten in Sachsen

Hohe Lebenshaltungskosten schmälern die Attraktivität der großen Städte - auch in Sachsen. Im Umland und in kleineren Städten ist die Kaufkraft oft besser, wie eine Studie zeigt.
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Man sieht viele Menschen im Einkaufsviertel.
Wo viele Menschen mit viel Geld leben, ist es oft auch teuer. Gleicht das die Einkommensunterschiede aus? Nur teilweise, wie ein neues regionales Kaufkraftranking zeigt. © René Meinig

Leipzig. Die höchste Kaufkraft in Sachsen sitzt nicht in den Großstädten. Bereinigt man die Pro-Kopf-Einkommen um die regionalen Lebenshaltungskosten, gehen die ersten Plätze im Freistaat an Landkreise, wie Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigen.

Im Landkreis Leipzig liegt das verfügbare Einkommen – oder Realeinkommen – demnach bei 25 537 Euro. Dahinter liegen die Landkreise Zwickau (24.984 Euro) und Meißen (24.831 Euro). Hinten landen Leipzig (21.319 Euro) und Dresden (22.133 Euro). Das bundesweit höchste verfügbare Einkommen findet sich im Landkreis Starnberg in Bayern (32.831 Euro), Gelsenkirchen liegt mit 18.886 Euro auf dem letzten Platz.

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die der Deutschen Presse-Agentur vorab vorliegen, weisen sie als Extremwerte einer bundesweiten Rangliste des preisbereinigten verfügbaren Einkommens aus. Während es in Starnberg um 34,7 Prozent über dem bundesweiten Schnitt liegt, bleibt es in Gelsenkirchen um 22,5 Prozent darunter.

Hohe Preise drücken die Kaufkraft in den Städten

Die nächsthöheren realen Einkommen gibt es im Hochtaunuskreis, Baden-Baden und den Landkreisen Miesbach und München. Die nach Gelsenkirchen niedrigsten in Offenbach, Duisburg, Herne und Freiburg.

Hinter dem Ranking steckt der Gedanke, dass Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten einen Teil der Einkommensunterschiede ausgleichen könnten. Die Stadt München liegt beispielsweise beim nicht preisbereinigten Einkommen auf Rang zwei. Weil die Lebenshaltungskosten dort aber 25,1 Prozent über dem Bundesdurchschnitt liegen reicht es preisbereinigt für die bayerische Landeshauptstadt nur für Rang 24.

Andere Großstädte stürzen durch die Preisbereinigung noch weiter ab: Bei Stuttgart geht es um 259 Plätze nach unten: Rang 301 statt 42. Für Frankfurt am Main geht es von 118 auf 370, für Hamburg von 64 auf 297. Dafür steigen günstige Landkreise auf: Allen voran Tirschenreuth, das durch niedrige Preise 140 Plätze gutmacht und auf Rang 60 springt. Der Landkreis Vulkaneifel verbessert sich um 139 Plätze, Cochem-Zell um 135 und die Landkreise Hof und Regen um 133 beziehungsweise 132.

Basis des Rankings sind Daten des Statistischen Bundesamtes zum nominalen Einkommen mit Stand 2021, die das IW mit seinem Index der regionalen Lebenshaltungskosten kombiniert hat. Dieser basiert unter anderem auf 24 Millionen im Jahr 2022 abgefragter Preisdaten. (dpa)

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