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Leipziger Solarfirma will mit Dresdner Software die Energiewende voranbringen

Kiwigrid entwickelt in Dresden Technik für das Zusammenspiel der Energiegeräte. Wie das Leipziger Unternehmen EKD Energiekonzepte Deutschland sie mit seiner Solartechnik verbinden will.
Lesedauer: 2 Minuten
Man sieht einen Ingenieur beim Arbeiten.
Da soll alles zusammenpassen: Sächsische Firmen wie Kiwigrid und EKD wollen Solaranlagen, Speicher und Stromverbraucher intelligent vernetzen. © Kiwigrid

Von Georg Moeritz

Dresden/Leipzig. Das Dresdner Unternehmen Kiwigrid GmbH hat den nächsten großen Kunden für seine Soft- und Hardware gefunden: Die Technik zum Steuern des Stromverbrauchs wird künftig als Heimenergie-Managementsystem zu der Solartechnik des Leipziger Unternehmens Energiekonzepte Deutschland GmbH (EKD) angeboten. EKD-Geschäftsführer Timo Sillober sagte, die Stromversorgung mit selbst erzeugtem Strom müsse einfach sein und sich rechnen. Das „intelligent vernetzte Ganzjahresenergiesystem“ senke die Energiekosten.

EKD ist nach eigenen Angaben einer der Marktführer auf dem deutschen Solarmarkt und hat mehr als 25.000 Anlagen auf deutschen Dächern installiert. Das Leipziger Unternehmen erweitert nun sein Angebot um eine Energiemanagementlösung namens Ampere. IQ mit Software von Kiwigrid. Als Hardware kommen Kiwigrids Energy Manager zum Einsatz, von denen schon mehr als 1.000 an EKD geliefert worden seien.

Kiwigrids Plattformdienste tragen nach Angaben des Unternehmens dazu bei, alle Energiegeräte im Eigenheim zu vernetzen: Solaranlagen und Stromspeicher, Wärmepumpen und Wallboxen. Anlagen können in Echtzeit überwacht und gesteuert werden. Laut Kiwigrid-Geschäftsführer Frank Schlichting sinkt damit der Stromverbrauch im Haus langfristig.

Bereit für Strompreise, die je nach Witterung schwanken

Die Käufer der Technik sollen die Möglichkeit bekommen, ihr Elektroauto und die Wärmepumpe mit selbst erzeugtem Solarstrom zu versorgen, wenn die Sonne scheint. Zudem soll die Technik es ermöglichen, dynamische Stromtarife zu nutzen, sofern sie angeboten werden: Dann soll Strom aus dem Netz immer dann gekauft werden, wenn er billig angeboten wird. Der Chemnitzer Stromversorger Envia-M beispielsweise hat solche flexiblen Tarife angekündigt und merkt Interessenten vor, bietet sie aber noch nicht an. Kiwigrid arbeitet nach eigenen Angaben mit Envia-M zusammen, auch mit Solarwatt in Dresden, Baywa und LG Electronics.

Kiwigrid beschäftigt mehr als 150 Menschen und ist nach eigenen Angaben „führend bei der Sektorenkopplung im Eigenheim“. Geschäftsführer Schlichting nennt EKD einen idealen Partner, der als Pionier für Solar-Komplettlösungen in den vergangenen Jahren ein beeindruckendes Wachstum gezeigt habe. Die Zusammenarbeit sei für Kiwigrid ein bedeutender Meilenstein. Damit lasse sich das Angebot der Dresdner Firma erheblich ausweiten und „Schwung in die Energiewende“ bringen.

Hersteller sichern sich Handwerker

EKD beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 450 Menschen. Zudem seien mehr als 2.400 freiberufliche Außendienstmitarbeiter in Deutschland für das Unternehmen tätig – und ein bundesweites Netz von mehr als 100 Handwerks- und Montagepartnern. Kiwigrid und EKD wollen im nächsten Jahr Hardware-Installationen „im fünfstelligen Bereich verwirklichen“.

Im Frühjahr hatte Kiwigrid eine Kooperation mit dem Berliner Unternehmen Zolar GmbH angekündigt. Dieser Betrieb verkauft über eine Online-Plattform Fotovoltaik-Technik verschiedener Hersteller. Zolar nutzt nach eigenen Angaben ein „starkes Netzwerk von über 700 regionalen Handwerkspartnern“. Ähnlich wie der Dresdner Fotovoltaik-Anlagen-Hersteller Solarwatt versucht Zolar demnach, die Technik über Installateure auf den Markt zu bringen.

Die Sorge vor Handwerkermangel bringt auch Anbieter von Wärmepumpen dazu, sich mit Installationsbetrieben eng zusammenzuschließen: Vor wenigen Tagen hat der schwedische Aira-Konzern angekündigt, das Glauchauer Familienunternehmen Garant Wärmesysteme zu übernehmen. Dort sollen 100 zusätzliche Arbeitsplätze entstehen.

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