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Mikrochip-Hersteller X-Fab hat mehr Aufträge, als er erfüllen kann

Neue Rekorde bei Umsatz und Gewinn: X-Fab wächst mit Mikrochips für Autos und Medizintechnik, auch in den Fabriken Dresden und Erfurt. Doch der Chef gibt "Lieferlücken" zu.
Lesedauer: 2 Minuten
Man sieht einen Mitarbeiter in Schutzkleidung.
Die Chipfabriken von X-Fab haben weiter mit Produktionsengpässen zu tun. Die Autoindustrie verlangt Halbleiter. © Archivfoto: Thomas Kretschel

Von Georg Moeritz

Dresden. Die Nachfrage nach Mikrochips übersteigt noch immer die Produktionskapazitäten des Konzerns X-Fab, der unter anderem in Dresden und Erfurt produziert. Konzernchef Rudi de Winter schreibt im Quartalsbericht, sein Fokus liege darauf, bestehende „Lieferlücken“ zu schließen.

Vor allem die Auto-Industrie beschert den X-Fab-Werken eine hohe Nachfrage. Der Konzern stellt beispielsweise Chips für Batteriemanagementsysteme und Reifendruckkontrolle her. Die „Elektrifizierung der Mobilität“ ist laut de Winter ein wichtiger Wachstumstreiber für sein Geschäft. X-Fab beschäftigt weltweit mehr als 4.200 Menschen, darunter 500 im Werk Dresden.

Der sächsische Standort wird in diesem Jahr kräftig ausgebaut: Das Werk Dresden von X-Fab soll nach früheren Angaben zehn Prozent mehr Produktionskapazität bekommen. Dann können dort bis zu 106.000 Siliziumscheiben pro Jahr bearbeitet werden. Aus jeder Scheibe entstehen Hunderte oder Tausende gleiche Chips nebeneinander, je nach Größe. Auch die drei anderen Mikrochipfabrikanten in Dresden erhöhen ihre Kapazität: Infineon, Globalfoundries und Bosch. Eine Entscheidung des Konzerns TSMC aus Taiwan, seine erste europäische Fabrik womöglich auch in Sachsen zu bauen, wird für August erwartet.

Auftragsbestand mehr als eine halbe Milliarde Dollar

Vorstandschef de Winter schreibt, es würden regelmäßig neue Anlagen an verschiedenen Standorten in Betrieb genommen. Die Produktion solle erhöht werden, um den „positiven Wachstumsaussichten von X-Fab gerecht zu werden und unsere Kunden zu bedienen“. Der Auftragsbestand zum Ende des vergangenen Quartals lag bei 507 Millionen Dollar. Davon waren 221 Millionen neue Aufträge aus dem Quartal.

Der Umsatz von X-Fab im vorigen Quartal war 20 Prozent höher als ein Jahr zuvor und erreichte 227 Millionen Dollar. De Winter meldet einen „Rekord-Bruttogewinn“ von 68 Millionen Dollar, vor allem aufgrund des höheren Produktionsvolumens, eines verbesserten Produktmixes und einer „guten Kostenkontrolle“. Auch der Umsatz mit der Medizintechnikbranche legte zu, wenn auch nicht so stark wie in der Autobranche. Wesentlich dazu beigetragen hat eine Anwendung für Ultraschallsonden.

Automatisierung der Produktion geht weiter

De Winter versichert, an der „kontinuierlichen Beseitigung von Produktionsengpässen“ zu arbeiten. Dazu trage auch mehr Automatisierung bei. Die Dresdner Fabrik von X-Fab ist nicht so stark automatisiert wie die jüngeren Betriebe der Nachbarn. Der Konzern ging 1989 aus Teilen des ehemaligen DDR-Halbleiter-Kombinats VEB Mikroelektronik hervor, die Fabrik in Dresden gehörte früher ZMD Zentrum Mikroelektronik Dresden.

Der Konzernchef hält an seiner Prognose für das laufende Geschäftsjahr fest. Für das dritte Quartal rechnet er mit einem Umsatz zwischen 225 und 240 Millionen Dollar. Am Donnerstag hatte der Siliziumlieferant Siltronic, der unter anderem 880 Beschäftigte in Freiberg hat, eine stark gesunkene Nachfrage nach seinen Scheiben für die Mikroelektronik gemeldet. Doch der Bedarf der Autoindustrie unterscheidet sich von dem der Unterhaltungselektronik, die Chipfabrikanten haben unterschiedliche Spezialisierungen.

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