Mockrehna. Ins Detail gegangen ist er noch nicht. Doch die wenigen Worte von Belgern-Schildaus Bürgermeister Ingolf Gläser während der jüngsten Stadtratssitzung deuteten etwas Großes für die Doppelstadt an. Dabei befindet sich das Epizentrum der noch in den Kinderschuhen steckenden Idee in Mockrehna.
Im Pumphut-Dorf könnte nämlich ein neuer Ausbildungscampus für Fachkräfte in der Fleischwirtschaft entstehen. Es wäre das erste Großprojekt des Zusammenschlusses „Torgauer Elbe-Heide-Land“, den sämtliche Kommunen des Altkreises Torgau 2023 im Belgeraner Rathaus besiegelten. Von einem solchen Campus könnten unter anderem die großen Fleischbetriebe in Belgern, Schildau und natürlich Mockrehna profitieren.
Bürgermeisterrunde traf sich in Mockrehna
Die Idee zum Ausbildungscampus stammt dabei von Christian Borchers, dem Geschäftsführer der Gräfendorfer Geflügel- und Tiefkühlfeinkost Produktions GmbH. Vorgestellt wurde sie unlängst in kleiner Runde den Bürgermeistern des Altkreises. Auf eine entsprechende TZ-Nachfrage hat Christian Borchers noch nicht reagiert.

Quelle: Torgauer Zeitung
Einer der energischsten Unterstützer des Projekts ist Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel. „Ein solcher Campus wäre tatsächlich ein Gewinn für die gesamte Region“, sagte dieser. Nicht nur, dass in Großbetrieben der Fleischwirtschaft und möglicherweise auch kleineren Fleischereien dringend benötigte Fachkräfte vor Ort ausgebildet und weitergebildet werden könnten.
Auch für leerstehende Immobilien wie den ehemaligen Rispenhof in Mockrehna, die im Volksmund als „Garni-Hotel“ bekannte ehemalige Unterkunft für Kombinatsmitarbeiter oder sogar das alte Mockrehnaer Bahnhofsgebäude könnte der Campus samt Lehrwerkstatt eine einmalige Chance sein.
Positive Reaktionen auch aus Dommitzsch und Beilrode
Positiv reagierten neben Ingolf Gläser dessen Amtskollegen Bernd Schlobach (Stadt Dommitzsch) und René Vetter (Gemeinde Beilrode) auf die Pläne. Nach Angabe Klepels soll nun bis Ende des Jahres versucht werden, die Projektidee in ein förderfähiges Paket zu schnüren.
Auch Marcel Gliemann unterstützt die Initiative aus Mockrehna. Wie der Geschäftsführer der in Belgern ansässigen Großschlächterei „Emil Färber“ erklärte, begrüße er den Vorstoß. Dies könne ein Weg sein, dringend benötigtes Personal in der Region aus- und weiterzubilden. Allerdings, so Gliemann weiter, müssten Lösungen gefunden werden, wie jenes Projekt finanziell auch langfristig getragen werden könne.
„Dem Landratsamt Nordsachsen sind bislang nur grobe Züge des Projekts bekannt. Konkrete Aussagen dazu sind deshalb zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich“, hielt sich Wirtschaftsförderer Sven Keyselt mit seiner Einschätzung noch spürbar zurück.


