Ebersbach-Neugersdorf. Die kleinen Quietscheentchen sind in der Martin-Luther-Straße 1 nicht zu übersehen: Eins taucht im Logo an der Fassade des Firmengebäudes auf, in der Badausstellung gleich hinter dem Eingang ist eine ganze Kolonie versammelt. Und in der Jubiläumsschrift zum 60-jährigen Bestehen des Unternehmens grüßt ein Exemplar der lustigen Plastetierchen in knalligem Gelb von fast allen Seiten. „Sie sind zu unserem Markenzeichen geworden“, sagen Michael und Alexander Penter. Jeder Kunde bekomme nach der Fertigstellung seines neuen Bades eine Ente überreicht.
Der Beginn der Firmengeschichte war noch eine entenlose Zeit. 1966 übernahm Christian Penter die am Fünfhäuserweg ansässige Installationsfirma Frieslich und fing mit der Reparatur von SR 2-Mopeds, Mopedanhängern sowie dem Verlegen von Wasserleitungen an. „Mein Vater war Einzelkämpfer, hat den Betrieb aber nach und nach erweitert“, schildert Michael Penter diese nicht einfache Zeit. Im Zuge der Expansion zog die Firma noch vor der Wende in ein altes Werkstattgebäude an der Waldstraße um, Anfang der 1990er-Jahre folgte ein weiterer Standortwechsel hin zur Pestalozzistraße.
Die Menschen hier hatten riesigen Nachholbedarf. – Michael Penter, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens zur Situation in den 1990er Jahren
Nach dem politischen Umschwung startete Christian Penter mit seinem älteren Sohn Holger und einem Mitarbeiter einen Neuanfang. Der größte Teil der Belegschaft war zur Arbeit in die alten Bundesländer gegangen oder hatte sich beruflich neu orientiert. Michael Penter, eigentlich Bauschlosser, stieß einige Jahre nach seinem Bruder hinzu und absolvierte 1996 die Meisterprüfung.
Nach der Wiedervereinigung begann für die Installationsbranche eine „goldene Zeit“. „Die Menschen hier hatten riesigen Nachholbedarf. Wir haben damals für Großvermieter im Oberland bei Blocksanierungen mitgewirkt, im Privatbereich waren wir vor allem im Heizungsbau und bei der Erneuerung von Bädern aktiv“, erinnert sich Michael Penter. 1995, im besten Jahr, habe man 21 Mitarbeiter beschäftigt. Allerdings hielt die Auftragsflut nur bis Ende der 1990er-Jahre an. Die Periode danach bezeichnet der 56-Jährige als eine „Hungerzeit“. Denn: „Der Modernisierungsstau war größtenteils abgearbeitet. Viele Großhändler und Handwerksbetriebe konnten sich am Markt nicht halten.“ Auf einen Nenner gebracht: Es gab zu wenig Arbeit für zu viele Unternehmen.
Mitarbeiterzahl schrumpfte zeitweise bis auf fünf
Auch die Firma Penter speckte ab. Die Zahl der Mitarbeiter sank zwischenzeitlich auf fünf. Holger und Michael, die den Betrieb 1997 von ihrem Vater übernahmen, mussten sogar ihre Ehefrauen entlassen, die sich um Büroarbeiten gekümmert hatten. Erst 2006 setzte eine Erholung ein. „Zu den Gründen gehörte sicherlich die Erhöhung der Mehrwertsteuer“, erklärt der Firmenchef. Der Bund hatte in jenem Jahr eine dreiprozentige Erhöhung beschlossen, die Steuer stieg zum 1. Januar 2027 von 16 auf 19 Prozent. „Die Leute haben Aufträge noch kräftig zum alten Preis vergeben, wollten den Aufschlag damit natürlich umgehen.“
Seitdem zeigt die Entwicklung des Familienbetriebes kräftig nach oben. Von Jahr zu Jahr wurden die Leistungen im Sanitär-, Heizungs- und Badbau mehr nachgefragt. „Ab 2016, kann man sagen, hatten wir ausreichend Arbeit“, erzählt Michael Penter. Zum großen Teil habe das am Verschleiß der kurz nach der Wende eingebauten Teile gelegen. „Nach 20 bis 25 Jahren mussten Heizungen und Bäder erneuert werden, weil sie technisch überholt oder kaputtgegangen waren.“
Seit etwa 2021 haben wir so viel zu tun, dass es nur schwer zu schaffen ist. – Alexander Penter, Geschäftsführer der gleichnamigen Neugersdorfer Firma
Dieser Trend hat sich bis heute sogar noch verstärkt. „Seit etwa 2021 haben wir so viel zu tun, dass es nur schwer zu schaffen ist“, erklärt Michaels Sohn Alexander, der nach einer Ausbildung zum Bankkaufmann doch noch ins elterliche Unternehmen gefunden hat und seit 2022 auch Meister ist. Ein Glücksfall, wie sich bald darauf herausstellen sollte. Denn im Juni 2023 verstarb mit Holger Penter einer der beiden Brüder, die den Betrieb wieder groß gemacht hatten. „Wenn Alexander nicht da gewesen wäre, hätte ich die Firma verkleinern müssen“, beschreibt Michael Penter die angespannte Situation. Seit Mitte 2023 sind Vater und Sohn im Unternehmen nun gleichberechtigte Chefs.
Aktuell sind in dem Neugersdorfer Installationsbetrieb 15 Mitarbeiter angestellt. „Eine Truppe, mit der wir sehr zufrieden sind, bei der wir uns für die jahrelange gute Arbeit bedanken.“ Der Trend geht hin zur Erweiterung: Um alle Aufträge zeitnah abarbeiten zu können, wird ein weiterer Anlagenmechaniker für den Bereich Sanitär und Heizung gesucht.
In früherem Baumarkt jetzt ausreichend Platz für Badausstellung
Seit 2021 befindet sich der Firmensitz in der Martin-Luther-Straße 1. Dort hatte das Unternehmen 2018 die Immobilie des früheren BauSpezi-Marktes übernommen und sie für seine Zwecke umgebaut. Damit konnte der Traum von der eigenen Badausstellung verwirklicht werden. Und es gibt ausreichend Platz für Beratung sowie genügend Lagermöglichkeiten.
Was auch notwendig ist, denn die Anfragen aus Neugersdorf und Umgebung reißen nicht ab. Beim Heizungsumbau, bei der Badsanierung und für Wärmepumpen gibt es immer mehr Interesse aus Privathaushalten. Aber auch im sozialen Wohnungsbau ist die Firma nach wie vor gefragt.
60 Jahre nach der Gründung wird gefeiert – deshalb lädt die Firma an diesem Samstag zur Hausmesse ein. Zwischen 10 und 17 Uhr sind dort Zulieferer und Hersteller mit ihren Ständen vertreten, Interessenten bekommen Sanitärtechnik und Wärmepumpen erklärt. Der Erlös aus dem Imbissverkauf wird der Kita „Knirpsenland“ und den Jugendfeuerwehren von Ebersbach-Neugersdorf überreicht.


