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Papierfabrik Hainsberg in Freital erneut insolvent

Erneut ist die Papierfabrik Hainsberg, wo unter anderem Büromaterial produziert wird, in finanzielle Schieflage geraten. Quelle: Karl-Ludwig Oberthür

Lesedauer: 2 Minuten

Erneut ist die Papierfabrik Hainsberg, wo unter anderem Büromaterial produziert wird, in finanzielle Schieflage geraten. Quelle: Karl-Ludwig Oberthür

Annett Heyse und Ulrich Wolf

Freital. Erneut ist ein großes Unternehmen in Freital zahlungsunfähig. Wie bekannt wurde, musste die Papierfabrik Hainsberg GmbH am 5. Februar Insolvenz anmelden. Es ist bereits die dritte Insolvenz des Produktionsbetriebs in nur neun Jahren: 2017 war die Papierfabrik erstmals insolvent. 2023 musste erneut die Zahlungsunfähigkeit angemeldet werden.

Zur vorläufigen Verwalterin des Firmenvermögens bestimmte das Amtsgericht die Dresdner Wirtschaftsjuristin Susanne Berner. Auf Nachfrage heißt es aus der Kanzlei, dass man sich derzeit einen ersten Überblick über das Unternehmen verschaffe.

Papierbranche unter Druck

Welche Entwicklungen zur erneuten wirtschaftlichen Misere der Papierfabrik führten, kann im Moment keiner sagen. „Konkrete Gründe kann Frau Berner derzeit noch nicht benennen. Allerdings befinden sich Papierfabriken in Deutschland derzeit in einer tiefgreifenden Strukturkrise, die in vielen Fällen bereits zu Insolvenzen geführt hat“, teilt ein Sprecher der Kanzlei mit.

Die Papierbranche stehe unter massivem Druck durch hohe Produktionskosten, etwa erhöhte Energie- und Personalkosten, und kämpfe gegen einen deutlichen Rückgang bei der Nachfrage.

85 Beschäftigte bangen um Jobs

In der Papierfabrik Hainsberg bangen nun 85 Beschäftigte um ihre Zukunft. Derzeit ist völlig offen, wie es weitergeht. Die vorläufige Insolvenzverwalterin und ihr Team führen Gespräche mit allen wichtigen Beteiligten wie Kunden und Lieferanten, um über eine Fortführung des Geschäftsbetriebes schnellstmöglich zu entscheiden, heißt es.

Die Papierfabrik produziert unter anderem unter dem Markennamen Lettura Büromaterial aus 100 Prozent Recyclingpapier. Sie gehört zu 68 Prozent dem 77 Jahre alten Geschäftsführer Dietrich Arnhold sowie der 55 Jahre alten Managementkollegin Krystyna Saworska aus Köln. Die beiden hatten 2010 mit ihrer Hoya Papier GmbH die Fabrik in Freital übernommen und dann beide Unternehmen 2023 verschmolzen. Hoya liegt im Landkreis Nienburg an der Weser in Niedersachsen.


Einigermaßen aktuelle Geschäftszahlen sind nicht einsehbar. Trotz der Pflicht, innerhalb gewisser Fristen einen Jahresabschluss zu veröffentlichen, bezieht sich die letzte veröffentlichte Bilanz des Unternehmens auf das Jahr 2020. Damals machte das Unternehmen bei einem Umsatz von 26,7 Millionen Euro einen Verlust von rund 185.000 Euro. Im Eröffnungsbeschluss zum Insolvenzverfahren von 2024 ist von einem Jahresumsatz in Höhe von 28 Millionen Euro die Rede.

SZ

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