Siri Rokosch
- Wer gehört zu „Vitrea“?
- Welche Einrichtungen sind übernommen worden?
- Was sind die Ziele?
- Wie können Patienten jetzt profitieren?
- Warum soll die „Schlossklinik“ umgebaut werden?
Pulsnitz. Die Pulsnitzer Rehakliniken „Schwedenstein“ und „Schlossklink“ werden ab sofort unter der neu gegründeten Marke „Vitrea“ geführt. Bisher firmierten sie unter der österreichische Marke „Vamed“.
Wer gehört zu „Vitrea“?
Da sich „Vamed“ aber aus der Historie heraus hauptsächlich mit Baugeschäften im Klinikbereich beschäftigt, und „Fresenius“ sich stärker auf seine Kerngeschäfte „Helios“ und „Kabi“ konzentrieren möchte, wurde die neue Marke „Vitrea“ gegründet.
Mehrheitseigentümer ist der europäische „Private-Equity Investor PAI Partners“, der im Oktober 2024 gemeinsam mit „Fresenius SE“ die internationale Reha-Sparte der früheren „Vamed“-Gruppe erworben und 2025 die neun Rehaeinrichtungen der deutschen Paracelsus-Kliniken integriert hat.
Welche Einrichtungen sind übernommen worden?
Übernommen wurden neben den „Vamed-Rehakliniken“ in diesem Jahr auch die „Paracelsus-Rehakliniken“.
Deutschlandweit werden verschiedene medizinische Zentren unter dem Markennamen „Vitrea“ geführt, wie Patrick Kallweit von der Unternehmenskommunikation und dem Marketing der Pulsnitzer Klinken sagt: „Nach der kürzlich erfolgten Verschmelzung mit den ‚Paracelsus‘ Rehakliniken zählen zur neuen Marke ‚Vitrea‘ in Deutschland 27 Rehakliniken, zwei Akutkliniken, acht Ambulante Rehazentren, zwei Medizinische Versorgungszentren (MVZ), neun Pflegeeinrichtungen und ein Prevention Center zu uns. Darüber hinaus betreiben wir einen touristischen Standort in Damp.“
Was sind die Ziele?
Mit der Umfirmierung durch das in Wien ansässige Unternehmen soll der „globale Fokus auf Rehabilitationseinrichtungen in der Dachregion Deutschland, Österreich und der Schweiz“ ausgebaut werden, betont der Geschäftsführer der Klinik „Schloss Pulsnitz“ und der Rehaklinik „Schwedenstein“, Carsten Tietze: „Anfang September wurde die neue Marke in Österreich vorgestellt. Am 31. März 2026 enden die Nutzungsrechte von ‚Vamed‘ für die Pulsnitzer Kliniken.“
„Jetzt findet die Konsolidierung statt und die Neuausrichtung. Wir hoffen auf Synergien und das Knowhow durch die anderen Klinken in Deutschland, Österreich und der Schweiz, mit einer einheitlichen Struktur, und werden die Leistungsfähigkeit der Rehabilitation auch im Hinblick auf den demografischen Wandel mit modernster Technik im Bereich der Digitalisierung ausbauen“, sagt Tietze. Das sei wichtig, um die Rehabilitation „fit für die Zukunft“ zu machen.
Wie können Patienten jetzt profitieren?
In der „Schlossklinik Pulsnitz“ gibt es zum Beispiel neue Angebote im Bereich der Robotik und in der „Schwedensteinklinik“ in der digitalen Video-Psychotherapie.
In den gesamten Übernahme-Prozess seien die rund 700 Mitarbeiter der beiden Fachkliniken in Pulsnitz mit einbezogen worden, sagt er. So habe es mehrere Info-Veranstaltungen gegeben, Fragerunden und eine Online-Umfrage, sagt Tietze.
Wir müssen eine moderne Baustruktur in das historische Gebäude einbringen, werden den laufenden Betrieb aber weiterführen, weil die Anfragen nach Reha-Plätzen bei uns sehr hoch sind.
Carsten Tietze
Geschäftsführer der Klinik „Schloss Pulsnitz“ und der Rehaklinik „Schwedenstein“
Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit würden in Pulsnitz an oberster Stelle stehen, und das zeige sich auch in einer niedrigen Fluktuation der Arbeitskräfte. „Wir haben 50 Berufsgruppen mit einer durchschnittlichen Betriebszugehörigkeit von rund 20 Jahren“, erklärt der Klinikleiter.
„Für die Arbeit am Patienten ändert sich durch die neue Marke herzlich wenig“, sagt der Pulsnitzer Klinikgeschäftsführer: „Und es wird auch keine Auswirkungen auf die Patientenversorgung haben“, betont er. Ändern würden sich administrative Prozesse und die Ausrichtung werde farbenfroher und frischer.
Warum soll die „Schlossklinik“ umgebaut werden?
Für eine „Nachhaltigkeit für die Leistungserbringung“ sei allerdings eine Sanierung der Schlossklinik nötig, die aber mit der Übernahme nichts zu tun habe, erklärt Tietze: „Wir müssen eine moderne Baustruktur in das historische Gebäude einbringen, werden den laufenden Betrieb aber weiterführen, weil die Anfragen nach Reha-Plätzen bei uns sehr hoch sind.“
Das Konzept für die Sanierung soll Anfang des kommenden Jahres vorliegen.
In den beiden Pulsnitzer Fachkliniken werden Patienten der Psychosomatik, der Neurologie und der Neurochirurgie rehabilitiert, wobei die Schwedensteinklinik über 140 Betten verfügt, und die Schlossklinik über 370. Zudem gibt es auch zwei ambulante Therapiezentren, eine Logopädie und eine Physio- und Ergotherapie, Präventionskurse und Wellnessleistungen.
SZ


