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Rheinmetall baut Kampfjetteile am Niederrhein, nicht in Sachsen

In Weeze nahe der niederländischen Grenze entstehen 400 Top-Jobs in der Flugzeugindustrie. Sachsen hingegen geht leer aus.
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Das Bild zeigt Kampfjets in der Luft
Rumpfmittelteile für die nächste Baureihe des Kampfjets F-35 entstehen ab 2025 nicht in Sachsen, sondern in Weeze am Niederrhein. © PR/Lockheed Martins

Düsseldorf/Berlin/Leipzig. Sachsen ist im Ringen um eine neue Fabrik des Rüstungsherstellers Rheinmetall leer ausgegangen. Der Leipziger CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Lehmann teilte am Dienstag mit, Sachsen sei „im Kampf um den prestigeträchtigen Bau von Flugzeugteilen des für den Kampfjet F-35 der fünften Generation“ gescheitert. Das Werk entstehe stattdessen in Weeze am Niederrhein.

Leider hätte Sachsen in der Gesamtbewertung nicht bestehen können, sagte Lehmann, der Mitglied im Verteidigungsausschuss des Bundestags ist. Ausschlaggebend seien „die Bodenverhältnisse und die damit einhergehenden schnellen Baumöglichkeiten für die Fertigungslinie“ gewesen. Nun sollte die Landesregierung „die guten Gespräche mit Rheinmetall“ fortführen, damit in Sachsen zumindest das Pulverwerk realisiert werde.

400 neue Jobs sollen am Niederrhein entstehen

Rheinmetall will auch eine neue Munitionsfabrik bauen. Auch dafür ist Sachsen im Gespräch, insbesondere am ehemaligen Flughafen Großenhain. Dort aber trommelt insbesondere die AfD gegen das Projekt. In Frankfurt (Oder), ein Standort-Konkurrent von Großenhain, wirbt die AfD hingegen für die Fabrik. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich für einen Bürgerentscheid über das Vorhaben ausgesprochen – und damit seinen Koalitionspartner SPD verärgert.

Der Spatenstich für die neue Flugzeugteilefabrik ist Rheinmetall zufolge für August geplant, der Produktionsstart 2025. Die Bundeswehr soll das neue Modell ab 2026 fliegen. In dem neuen Werk sollen 400 Beschäftigte F-35-A-Rumpfmittelteile produzieren. Das Flugzeug selbst ist ein Bestseller des US-Rüstungskonzerns Lockheed Martin. In Weeze existiert bereits ein ehemaliger Militärflughafen, den vor allem der Billigflieger Ryanair seit Jahren nutzt.

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