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Dresden. Bei erneuten Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der sächsischen Brauereien hat es am Freitagnachmittag eine Einigung gegeben. Wie der sächsische Arbeitgeberverband berichtet, sieht der neue Tarifvertrag für die nächsten zwei Jahre mehr als fünf Prozent Lohnsteigerung für die Brauerinnen und Brauer vor. Gefordert hatte die Gewerkschaft ursprünglich eine Lohnsteigerung von sieben Prozent.
Von einer festgelegten Angleichung der Lohnunterschiede zwischen Ost- und Westbrauereien ist nicht die Rede. Bei einem Protest vor dem Leipziger Hauptbahnhof vor einer Woche waren diese noch von den Demonstrierenden angeprangert worden.
Zähe Verhandlungen
Die Arbeitgeberseite spricht von langen und schwierigen Verhandlungen – so befand man sich bereits in der vierten Verhandlungsrunde. Thomas Gläser, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, sagte: „Die tarifgebundenen Brauereien sind mit diesem Tarifabschluss an die Grenze des Leistbaren gegangen“.
Tatsache sei auch, dass die Lohnunterschiede zwischen den wenigen tarifgebundenen Brauereien und den nicht tarifgebundenen Unternehmen mit diesem Abschluss weiter zunähmen. Für tarifgebundene Brauereien bedeute das einen Wettbewerbsnachteil.Größter Streik der deutschen Brauereihistorie
Die Brauereien hoffen, dass mit dem Tarifabschluss jetzt wieder Ruhe in den Betrieben einkehrt und sich diese wieder mit voller Kraft auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren könnten. Durch die Streiks waren in der Sternburg Brauerei Leipzig, der Krostitzer Brauerei in Nordsachsen, der Radeberger Brauerei, Freiberger Brauerei und der Wernesgrüner Brauerei über 25 Millionen Liter Bier in Tanks geblieben, welche jetzt vermutlich zeitnah abgefüllt werden.
Wie die NGG mitteilte, wurden rund 1.300 Streikstunden abgehalten. Solch einen flächendeckenden Konflikt habe es bisher weder in der sächsischen Brauindustrie noch deutschlandweit in der Branche gegeben, sagte NGG-Verhandlungsführer Uwe Ledwig bereits am Donnerstag.
SZ


