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So viel verdienen die Top-Leute in Sachsens Politik, Kultur und Wirtschaft

Die öffentliche Hand zahlt ihren Führungskräften in Sachsen beachtliche Gehälter. Zwar bleiben sie unter den Millionenbezügen von Vorständen großer Konzerne, mehrere Hunderttausend Euro im Jahr sind aber durchaus üblich. Die Top 10 im Überblick.

Lesedauer: 2 Minuten

Politiker, Vorstandschefs und Sparkassen-Manager: Die Spitzenverdiener der öffentlichen Hand in Sachsen bleiben allesamt unter 1.000.000 Euro im Jahr. Ein paar Hunderttausend Euro aber sind es schon. Quelle: Wolfgang Zeyen, Paul Glaser, Sven Ellger, dpa

Ulrich Wolf

Dresden. Die öffentliche Hand lässt sich die Managementleistungen ihrer Topleute in Politik, Verwaltung und Wirtschaft einiges kosten. Millionenschwere Bezüge wie bei den Vorständen großer Konzerne sind zwar nicht darunter, mehrere Hunderttausend Euro im Jahr sind aber durchaus üblich.

Leipziger Volkszeitung und Sächsische Zeitung haben sich dazu die 2024er-Jahresabschlüsse von Firmen, an denen Sachsen beteiligt ist, angeschaut, zudem die von Banken und Sparkassen, des MDR sowie die Etatpläne der Ministerien im Landeshaushalt 2026. Unter den Top 10 finden sich drei Frauen und fünf Ostdeutsche. 

Zu den Spitzenverdienern zählen auch die zehn Minister der sächsischen Staatsregierung. Sie verdienen alle gleich; ihre vorgesehenen Bezüge belaufen sich im Haushaltsjahr 2026 auf je 232.000 Euro. Diese Summe umfasst das sogenannte Amtsgehalt, einen Zuschlag für eine eventuell vorhandene Familie und die Aufwandsentschädigung. Beim Chef der Staatskanzlei, Andreas Handschuh, sind es 188.100 Euro. Die sieben Top-Staatssekretäre kommen jeweils auf rund 166.000 Euro.

Spitzenbeamte mit mehr als 150.000 Euro

Auch der Präsident des Sächsischen Rechnungshofes, Jens Michel, wird in dieser Größenordnung bezahlt. Leicht dahinter rangieren Landtagsdirektorin Silvia Brüggen sowie die Präsidenten des Oberlandesgerichts, Leon Ross, und der Landesdirektion Sachsen, Béla Bélafi, mit je 157.000 Euro. Ministerialdirigenten kommen auf rund 142.000 Euro.

Die bestverdienenden kommunalen Chefs sind die langjährigen Oberbürgermeister der Großstädte Dresden und Leipzig, Dirk Hilbert und Burkhard Jung. Sie verdienen beide rund 192.000 Euro im Jahr. Die Kanzler der beiden großen Universitäten in diesen Städten verdienen etwa 134.000 Euro.

Datenschutzbeauftragte verdient gut

Außer dem Rechnungshof unterhält das Land Sachsen rund 30 Behörden und Staatsbetriebe. An deren Spitze stehen Präsidenten oder Geschäftsführer. Unter ihnen führt die Sächsische Datenschutzbeauftragte Juliane Hundert mit 149.900 Euro das Ranking an. Ihr folgen die Position des Geschäftsführers beim Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), der Präsident des Landesamtes für Steuern und Finanzen und der Landespolizeipräsident mit je 142.000 Euro.

Zudem ist das Land Sachsen an 22 Unternehmen zu mindestens 30 Prozent beteiligt. Außer den bereits in den Top 10 genannten Unternehmen Aufbaubank, Leipziger Messe und Mitteldeutsche Flughafen AG haben lediglich zwei weitere Chefs der Veröffentlichung ihrer Bezüge zugestimmt. Tilmann Zimmermann-Werner von der Sächsischen Energieagentur, bekannter als Saena, sowie der Geschäftsführer der Mitteldeutschen Medienförderung GmbH, André Naumann, erhalten 140.000 Euro.

Alle anderen, darunter auch die Chefs von acht weiteren sächsischen Sparkassen, verweigern die Angabe ihrer Gehaltseinkünfte. Das ist nach dem Handelsgesetzbuch bei kleinen Managementzirkeln erlaubt und dient dem Schutz der Privatsphäre.

SZ

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