Großröhrsdorf. Mit Casco-Helmen aus dem Großröhrsdorfer Ortsteil Bretnig waren schon Spitzensportler wie Bahnrad-Olympiasieger Jens Fiedler und Skispringer Martin Schmitt erfolgreich unterwegs.
Nun sind es Springreiter Marvin Jüngel, zweifacher Sieger des Hamburger Derby‘s, die deutsche Bahnrad-Nationalmannschaft und auch die Nationalmannschaft im Short Track. „Auch viele Freizeitsportler vertrauen auf Helme von Casco“, sagt Maria Fiedler, die im Unternehmen für Marketing und Kommunikation zuständig ist. „Jede Woche bringt unser Lkw rund 3500 Helme in den Gewerbering Süd nach Bretnig.“ Gefertigt werden sie in der firmeneigenen Produktionsstätte in Rumänien.
Warum in Bretnig nicht mehr produziert wird
Bis 2006 war am Standort in Großröhrsdorf produziert worden, doch als die Firma begann, zusätzlich Skihelme zu entwickeln, habe die Produktionsfläche mit einer Größe von rund 4500 Quadratmetern nicht mehr gereicht.
Jede Woche bringt unser Lkw rund 3500 Helme in den Gewerbering Süd nach Bretnig. – Maria Fiedler, Marketing-Mitarbeiterin bei Casco
Heute produzieren rund 150 Mitarbeiter in Rumänien Helme für Rad-, Reit- und Skisport, für Feuerwehr und Rettungsdienste sowie für die Sächsische Polizeireiterstaffel. In Großröhrsdorf arbeiten aktuell 15 Beschäftigte in Vertrieb und Logistik. Zudem befindet sich hier der Werksverkauf.
Erstes Patent für Reithelm mit verstellbarer Größenanpassung
Die Geschichte des Unternehmens begann 1989, als Firmengründer Manfred Krauter in seiner Garage nahe Stuttgart mit der Entwicklung von Leichtbau-Reithelmen startete. 1994 zog er nach Bretnig um, erzählt Maria Fiedler: „Im Gepäck hatte er das erste Patent für einen Reithelm mit verstellbarer Größenanpassung – ein Prinzip, das heute Standard ist. Zuvor gab es Reithelme nur in festen Hutgrößen.“
Seit 1999 produziert das Unternehmen unter der Marke Casco auch Fahrradhelme. Später kamen Feuerwehrhelme, Helme für den Rettungsdienst und den Skisport hinzu. 2022 verkaufte Manfred Krauter das Unternehmen altersbedingt an die „2Ride Group“. Die Geschäftsleitung übernahm sein Sohn Manuel Krauter.
Spitzensportler helfen, Helme zu optimieren
Neben Helmen entstehen bei Casco auch Skibrillen für den alpinen und nordischen Bereich sowie Sonnenbrillen. „Wir arbeiten bei der Entwicklung neuer Produkte stets eng mit Spitzensportlern zusammen“, sagt Fiedler. „Sie tragen unsere Helme und Brillen nahezu täglich und geben uns wertvolle Hinweise zur Optimierung.“
So fuhr unter anderem Biathlon-Legende Ole Einar Bjørndalen bereits mit einer Casco-Brille.
Neuste Modelle mit Holz- und Flachs-Anteilen
Das Unternehmen setze zunehmend auf nachhaltige Materialien, erklärt Vertriebsmitarbeiterin Angela Schröder: „Aktuell haben wir Helme mit Holz- oder Flachs-Anteilen im Sortiment.“ Bei Skihelmen liege der Trend derzeit im Retro-Design, bei Reiterinnen seien Helme mit funkelnden Swarovski-Kristallen besonders gefragt.

Quelle: Matthias Schumann
Fast alle Neuentwicklungen würden patentiert, um Produktfälschungen vorzubeugen. „Unsere Zielgruppe sind Menschen, die sich intensiv mit Helmen, Qualität und Technologie beschäftigen“, sagt Fiedler.
Für alle Helmsparten wird jährlich eine neue Kollektion entwickelt. So soll in vier Wochen die neue Reithelm-Kollektion bei der internationalen B2B-Leitmesse für den Pferdesport „Spoga Horse“ in Köln präsentiert werden.

Quelle: Matthias Schumann
Die neuen Skihelme sind im Dezember herausgekommen, und im Sommer soll die neue Radhelm-Kollektion folgen.
Seit der Corona-Zeit sind die Produkte auch im Online-Shop erhältlich. Schnäppchen können vor allem im Werksverkauf am Bretniger Standort gemacht werden. Dort gibt es alle Modelle mit einem Rabatt, und es können Einzelstücke, Restbestände und Zweite-Wahl-Helme gekauft werden, auch für Kinder.
Die Preise beginnen bei rund 80 Euro. Geöffnet ist wochentags zwischen 8 und 11 sowie von 13 bis 16 Uhr.
SZ


